: Nach Unfall in Gudow: Protest in Hamburg
Alarm auf der Stresemannstraße: Dicker Qualm hüllt einen Sattelzug ein, der in seinem 30 000-Liter- Tank brennbares Lösungsmittel geladen hat. Gelangen giftige Chemikalien in die Umwelt, muß die Bevölkerung evakuiert werden? Nein, im gestrigen Fall handelte es sich nur um eine Aktion der Stresemannstraßen-Ini, die erneut ihren Protest gegen Gefahrenguttransporte durch Wohngebiete zum Ausdruck brachte. 800 dieser Zeitbomben auf Rädern rollen täglich über den Asphalt dieser Ost-West- Verbindung. Doch daß die Gefahr real ist, zeigte der Unfall von Gudow bei Lauenburg.
Dort waren am Montag zwei Kresol-Transporter liegengeblieben, nachdem Fässer wegen unsachgemäßer Lagerung leckgeschlagen waren. Mehrere Polizisten, die ohne Schutzkleidung am Unglücksort eingesetzt waren, klagten anschließend über Verätzungen. Der Kresol-Transport sollte ursprünglich Hamburg ansteuern.
Zwar hätte er nicht die Stresemannstraße passiert, sondern wäre in den Freihafen zur Verschiffung nach Syrien gefahren — doch Kresol-Transporte über die Stresemannstraße sind keine Seltenheit. Die Ini: „Was in Gudow glimpflich ablief, hätte eine Fahrstunde entfernt in Hamburg schreckliche Folgen gehabt. Hunderte Anwohner wären unmittelbar giftigen und lebensbedrohlichen Dämpfen ausgesetzt gewesen.“ Der Parkplatz bei Gudow bleibt bis auf weiteres gesperrt. Die defekten Kresol-Fässer sind mittlerweile auf einer Deponie in Lübeck zwischengelagert worden. Der Austausch des Erdreichs auf dem Parkplatz wird vorbereitet. Kai von Appen
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