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Nach Primärtherapie verstorben

München (taz) – Wie erst jetzt bekannt wurde, ist am 5. Februar ein 31jähriger Mann während einer sogenannten „Primärtherapie“ im schweizerischen Windisch (Kanton Aargau) an Herzversagen gestorben. Primärtherapie, auch bekannt als „Urschrei-Therapie“, ist eng mit dem Namen ihres Begründers, Arthur Janov, verbunden. Sie versucht, durch manipulative Körperarbeit und vor allem durch hyperventilierendes Atmen eine Regression in vorgeburtliche Entwicklungsphasen herbeizuführen. Im Rahmen eines klinischen Gesamtkonzepts und bei klarer Indikationsstellung kann solcher Arbeit auf der Primärebene ein gewisser Stellenwert zukommen. In der Praxis freilich herrscht Wildwuchs: Primärtherapie wird hierzulande von einer unprofessionellen Therapeuten- Szene dominiert, die einen qualifizierten Umgang mit den tiefgreifenden psychologischen Techniken des Janovschen Ansatzes nicht gewährleisten kann. Die gerichtsmedizinische Untersuchung ergab, daß der Mann einen Sauerstoffmangel mit anschließendem Herzinfarkt erlitten hatte: Er war im Rahmen der „therapeutischen Behandlung“ über längere Zeit mit dem Gesicht nach unten gegen eine Matratze gedrückt worden – eine vor allem in Rajneesh-Kreisen recht gebräuchliche Methode, ein (primäres) Gefühl „intrauterinen Eingeengtseins“ zu induzieren. Gegen die zwei „Therapeuten“ wurde eine Strafuntersuchung eingeleitet; die angewandte Primärtherapie wurde von den zuständigen Aargauer Gesundheitsbehörden bis auf weiteres verboten. Colin Goldner

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