Nach Ende der Kampfhandlungen: Israel räumt Gaza

Israels Truppen ziehen sich aus dem Gazastreifen zurück, sollen aber am Rande des Gebietes in erhöhter Alarmbereitschaft bleiben. Der Einsatz von Phosphorgranaten wird intern untersucht.

Ein israelischer Soldat begibt sich zu Fuß zur Grenze zwischen dem Gazastreifen und Südisrael. Bild: ap

BERLIN taz Die israelischen Streitkräfte haben am Mittwochmorgen ihren Abzug aus dem Gazastreifen nach eigener Darstellung abgeschlossen. Die Truppen seien jetzt am Rande des Gazastreifens in Stellung gegangen, sagte ein Armeesprecher in Jerusalem. Am Wochenende hatten Israel und die Hamas unabhängig voneinander einen Waffenstillstand ausgerufen, der bislang eingehalten wurde.

Nur bedingt hat Israel bislang die Grenzübergänge zum Gazastreifen geöffnet, um Versorgungsgüter passieren zu lassen. Am Mittwoch durften 160 Lastwagen mit Lebensmitteln und Futter die Übergänge Karni und Kerem-Schalom passieren. In Nahal Oz wurden die Treibstoffdepots geöffnet, um Kochgas und Diesel zu liefern. Damit soll das einzige Kraftwerk im Gazastreifen wieder in Gang gesetzt werden, das Strom liefern kann und während der dreiwöchigen Kämpfe stillstand. Sowohl Menschenrechtsgruppen als auch die Europäische Union hatten eine Öffnung der Grenzübergänge verlangt, um die dringend notwendige Hilfe in den Gazastreifen zu bringen. Die Außenminister der EU kamen am Abend in Brüssel mit der israelischen Außenministerin Zipi Livni zusammen. Dabei sollte die weitere Stabilisierung des Waffenstillstandes und die Ausweitung der humanitären Hilfe zur Sprache kommen.

Journalisten und ausländischen Helfern blieb der Zugang in den Gazastreifen auch am Mittwoch noch weitgehend verwehrt. Bislang konnten nur kleine Gruppen von Berichterstattern den Eres-Übergang passieren. Auch an der ägyptischen Grenze in Rafah warteten am Mittwoch wieder Dutzende Journalisten und Helfer vergeblich auf die Einreise.

Angesichts der schweren Verbrennungen, die Palästinenser im Gazastreifen aufweisen, hat die israelische Armee jetzt eine Untersuchung über den Einsatz von Phosphorwaffen zugesagt. Amnesty International hat der Armee vorgeworfen, Phosphorgranaten im dichtbesiedelten Gazastreifen auch gegen die Bevölkerung eingesetzt zu haben. Dies stellt nach internationalem Recht ein Kriegsverbrechen dar. Nach Angaben von Ärzten sind Dutzende Menschen an den Verbrennungen gestorben.

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