NSU-Motoren-Fanshirts: „Ich werde angeguckt“
Auf Fan-T-Shirts der Neckarsulmer Motorenwerke steht der Aufdruck „NSU“ – die aber verkaufen sich nicht mehr. Der Händler über mögliche Verwechslungen.
taz: Herr Malisch, sind die NSU-Motoren-Fanshirts beliebter geworden, seitdem die Mordserie des Nationalsozialistischen Untergrunds an die Öffentlichkeit kam?
Jörn Malisch: Nein, eher im Gegenteil. Es gab einen Umsatzeinbruch, zurzeit verkaufe ich gar keine T-Shirts. Ich merke auch, wie ich selbst angeguckt werde, wenn mich so 16-, 18-Jährige mit dem T-Shirt auf der Straße sehen, die davon keine Ahnung haben. Ich trage das Motiv schon lange. Von den NSU-Morden habe ich aber erst erfahren, als Mundlos und Böhnhardt sich umgebracht haben. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.
Aber die Leute in der Umgebung von Neckarsulm, wo die NSU Motoren herkommen, wissen, was gemeint ist?
Die Älteren wissen das schon. Ich hab auch gesehen, die Marke gibt es wieder – die Namensrechte hat jetzt Audi. Ich habe den Schrfitzug wieder auf Fahrrädern gesehen.
Wenn nur der Schriftzug NSU oder das Firmenlogo auf dem Shirt ist, kann es leicht zu Verwechslungen kommen …
Shirts, wo nur NSU draufsteht, hab ich nicht. Die sind immer auf ein bestimmtes Modell bezogen, wie zum Beispiel die NSU-Quickly [ein beliebtes Moped des Herstellers, Anm. d. Redaktion]. Shirts mit nur dem Schriftzug gibt es auch bei anderen Anbietern, aber ich habe die noch nie verkauft.
Haben Sie jetzt eigentlich auch Leute aus der rechten Szene als Kunden?
Überhaupt nicht, nein! Wenn man bei Ebay auf die Käuferprofile klickt, dann sind das alles Leute aus dem Motorbereich. Das sieht man an dem, was die sonst kaufen: Moped- oder Motorradtteile, Bücher zum Thema und so weiter. Auch die Leute, die mich privat anschreiben, sind ausschließlich daran interessiert.
Jörn Malisch verkauft NSU-Motoren-Fanshirts und andere bedruckte T-Shirts bei Ebay.
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