NPD-Überläufer: Nerstheimer jetzt offiziell Nazi

Kay Nerstheimer, erst für die AfD im Berliner Abgeordnetenhaus, später fraktionslos, ist zur NPD übergewechselt.

Ein alter, weißer Mann mit kurzen, weißen Haaren sitzt in der letzten Reihe des Abgeordnetenhauses

Kay Nerstheimer im Berliner Abgeordnetenhaus (2016) Foto: dpa

Der ehemalige AfD-Abgeordnete und mittlerweile fraktionslose Kay Nerstheimer ist zur NPD übergelaufen. Am Mittwochnachmittag stellte der Ex-NPD-Chef Udo Voigt den Abtrünnigen in einem Video des NPD-Landesverbandes vor. In bräunlicher Gesprächsatmosphäre erklärt Nerstheimer dort, dass er seinen politischen Weg seit seinem Antritt nicht verändert habe und nun zum „Original“, der NPD, überlaufe.

Nerstheimer war 2016 per AfD-Direktmandat für den Bezirk Lichtenberg gewählt worden. Direkt nach der Wahl war er allerdings nach erheblichem Druck von außen gar nicht erst in die Fraktion aufgenommen worden, weil er 2012 als Vorsitzender der extrem rechten German Defence League auftrat und angab, eine rechte Miliz aufbauen zu wollen. Die Organisation wird seit 2013 vom Verfassungsschutz beobachtet. Zudem hetzte er über Homosexualität und Geflüchtete.

Nerstheimer ist sechsfach vorbestraft, unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung, Volksverhetzung, Betrug, Fahrerflucht, Fahren ohne Fahrerlaubnis und Verletzung der Unterhaltspflicht. Seit 2016 lief in der AfD ein Parteiausschlussverfahren gegen ihn. Im Januar 2020 schloss das Bundesschiedsgericht ihn letztinstanzlich aus.

Eine Annäherung zwischen Nerstheimer und der NPD hatte sich bereits abgezeichnet. Er hatte sich etwa im Januar 2020 mit der Spitze der Berliner NPD am Gendarmenmarkt getroffen – zusammen mit dem in Baden-Württemberg geschassten AfD-Landtagsabgeordneten Wolfgang Gedeon.

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