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Musiziern beim Schädelsammler

Stockend tastet sich Bachs Menuett aus dem Fenster in Bad Doberans Frühlingshimmel: Bis 1945 residierte Adolf Friedrich zu Mecklenburg in der Villa Feodora, seit 1994 sitzt hier die Kreismusikschule, kurioser Zufall: Der letzte Gouverneur von Togo, Menschenschinder, Abenteurer und Rassist, lebte ab 1945 ja auf Schloss Eutin, wo Musik heute auch wichtig ist. Andererseits hat der Herzog, Berlins Museumssammlungen um etliche Instrumente bereichert, von der Nanbongo-Trompete bis zur Masesse-Rassel, genauso, wie um 1.017 menschliche Schädel. Die stammen auch von seinen Ostafrika-Expeditionen. Ab den 1920er- Jahren, unter den Nazis und auch in der BRD war der Menschenschinder dann hoch geehrt als Chef des Nationalen und Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees.

Nach dem Erfolg der AfD bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt bangen viele Menschen um die Zukunft, es droht die erste AfD-Regierung. Das wäre eine (weitere) Zäsur für Deutschland. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen