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Müllauto fahren macht Spaß

■ Wenn in Bremen nach 25 Jahren Diskussion endlich ein neuer Betriebshof für die Müllwerker übergeben wird, haben zwei SenatorInnen zu tun

Wenn Bremens Müllwerker nach 25 langen Jahren des behördlichen Nichtstuns endlich aus ihren total vergammelten Bauten in einen modernen Neubau umziehen können, so ist das allemal ein Grund zu feiern. Und so kamen sie denn alle gestern nachmittag zur MVA, wo die 23,6 Millionen teure Halle für die Fahrzeuge, nebst freundlichen, hellen Sozialräumen für die Müllmänner postmoderne Gestalt angenommen hat. Alle, soll heißen alle die eingeladen waren. Und eingeladen hatten sich vor allem Eva-Maria Lemke-Schulte und Konrad Kunick; letzterer um ersterer das Gebäude zu übergeben.

„Ein wunderbares Gebäude, mehr als eine Schachtel“, lobte der Senator vom Bau und gab ganz uneigenützig dies Kompliment an die Kollegin weiter. War die doch seinerzeit noch verantwortliche Senatorin gewesen, als der Bauauftrag vergeben wurde. Und Eva-Maria Lemke-Schulte konnte ihrer Teilentmachtung ein weiteres Mal einen weiteren positiven Aspekt abgewinnen: „Es wäre längst nicht so schön gewesen, wenn ich mir den hätte selbst

übergeben müssen.“ Und weil man gerade mal hier war, ließen sich die SenatorInnen noch mit einem Uralt-Museums-Müllwagen durch die Gegend kutschieren. So

nahe an der Alltagsrealtiät der arbeitenden Bevölkerung, muß die Senatorin die Sehnsucht nach weiterer Praxis-Erfahrung gekommen sein. Mit Blick auf das

neuste Modell der Bremer Müllkutscher meinte sie halb bedauernd, halb fragend: „Mit dem fahren wir jetzt nicht? Aber ein andermal.“

hbk

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