Montagsinterview Karl Bär: "Das Schlimmste beim Trampen sind Ehepaare"
Karl Bär ist Oberbayer, Neuköllner, Grüner und Landwirt auf Zeit. Vor allem ist der 23-Jährige begeisterter Tramper. Gerade muss er besonders fix sein: Das Praktikum im Kuhstall beginnt Punkt sechs.
Karl Bär wurde 1985 als ältester von vier Söhnen eines Vermessungsingenieurs und einer Arzthelferin im oberbayerischen Holzkirchen geboren.
Schon früh wurde klar, dass er mit den dörflichen Gepflogenheiten nicht allzu viel anfangen konnte: Mit fünf Jahren verließ er den Fußballverein nach dem ersten Training, weil es ihm dort zu ruppig zuging.
Auch später arbeitete er an seinem rebellischen Image: Statt wie alle Jugendlichen ins Bräustüberl und in die Disco zu gehen, gründete er den Ortsverband der Grünen Jugend und engagierte sich für den Tramperverein "abgefahren".
Logisch, dass so einer gleich nach dem Abi nach Berlin geht, in eine Neuköllner Wohngemeinschaft zieht und sich für ungewöhnliche Studienfächer einschreibt. Dazu gehören unter anderem die Islamwissenschaften. Zeitweise lebte Bär auch in Istanbul. Außerdem beschäftigt er sich mit Gender Studies.
Eins der Studienfächer, die Agrarwissenschaften, hat ihn jetzt wieder in die Heimat verschlagen: Dort absolviert er ein Praktikum auf dem Bauernhof - vom Melken bis zum Silieren kann er von seinen Landsmännern viel lernen. Nur von Gender Studies haben sie dort keine Ahnung.
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