Missmanagement in Sachen Halloween: Wenn die „Süßes“-Schüssel viel zu schnell viel zu leer wird
Wer an Halloween nicht ausreichend vorsorgt, der kann nur hoffen, dass nicht zu viele vor der Tür stehen. Denn sonst droht ja „Saures“.
Foto: snapshot-photography/R. Rice
In dem schon 80 Jahre alten, aber längst nicht verrenteten Weihnachtsfilm „Ist das Leben nicht schön?“ gibt es eine Szene, in der die Belegschaft einer Bausparkasse gebannt auf die Uhr schaut und den Schließ-Zeitpunkt ihrer Geschäftsstelle herbeisehnt. Es ist nämlich fast kein Geld mehr in der Kasse, und wenn jetzt noch ein Kunde zum Abheben vorbeikäme, wäre man pleite.
So ungefähr kann die Stimmung am frühen Abend des Halloween-Samstags sein, wenn man zu wenig Süßes eingekauft hat. Jedenfalls zu wenig für den Ansturm der zurückliegenden Stunde. Pah, die beiden großen Tüten mit den vielen kleinen Gummibärchentüten und die drei Netze Schokokugeln würden doch wohl reichen. Hätte man denken können. Jedenfalls von fünf Uhr, wenn's mit dem Dunkelwerden erst losgeht, bis kurz vor sechs, wenn wegen eines abendlichen Termins sowie alle aus dem Haus sein müssten.
Aber von wegen. Es geht zwar tatsächlich erst um fünf los. Insofern war die Planung nicht ganz abwegig. Aber fortan klingelt es in einem durch. Gerade wieder weg von der Tür und zurück in den Sessel zum Lesen der Wochentaz, da rufen schon die Nächsten von draußen „Süßes oder Saures“.
Immer mehr von den Gummidingern gehen weg. Dass die in kleinen Tütchen stecken, ist zwar nicht gerade umweltfreundlich. Aber Dutzende Kinder in einer großen Haribo-XXL-Tüte nach den angeblich besonders leckeren Cola-Fläschchen rumwühlen zu lassen, wäre auch nicht so sinnig gewesen.
Lichtausschalten gar nicht
Ja klar, wir hätten natürlich mehr einkaufen können. Aber bis zum nächsten Jahr hätte sich der Rest nicht gehalten. Und das läge nicht am vor dem nächsten Halloween auslaufenden Verfallsdatum, sondern an der eigenen nur mit Mühe beherrschten Vorliebe für solche süßen Sachen.
Noch fünf Minuten, bis wir zum Abendtermin los müssen. Weniger als ein Dutzend kleiner, in Staniolpapier eingewickelter Schokokugeln ist noch in der blauen Schüssel. Es könnte reichen. Lichtausschalten und nicht aufs Klingeln reagieren wäre eine Möglichkeit. Aber ne, kommt nicht in die Tüte! Also ausharren und hoffen. Denn wer nix Süßes anbietet, dem droht ja Saures – was auch immer das dann heißt.
Ein Grüppchen lässt sich noch versorgen, dann ist der Schüsselboden wirklich blank bis auf zwei mickrige rote Kügelchen. Draußen, auf dem Weg zum Abendtermin, wird dann klar, dass es da doch noch eine Reserve geben hätte. Denn als ein paar Häuser weiter zwei Kinder gerade ein Gartentor hinter sich zuziehen, sagt eins davon: „Hier gab's endlich mal was Gesundes.“
Wenn das so ist – ein paar Möhren hätten wir auch noch gehabt.
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