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Milliarden verschlungen

■ Wasserkraftwerk Itaipu in Brasilien eingeweiht

Berlin (taz) — Das letzte größte Wasserkraftwerk der Welt ist am Montag von den Präsidenten Brasiliens und Paraguays eingeweiht worden. Seit Baubeginn 1973 ist an dem Itaipu-Kraftwerk am Rio Parana mehr Zement verbaut worden, als man für eine Stadt mit 500.000 Einwohnern benötigen würde; 18 Turbinen von je 700 Megawatt Leistung sollen hier ein Drittel des brasilianischen Strombedarfs erzeugen.

40.000 Menschen mußten dem Kraftwerk weichen; aus dem ursprünglichen Kostenanschlag von zwei Milliarden Dollar wurden 18,3 Milliarden Dollar.

Da dieses Geldes vor allem aus privaten Bankkrediten kommt — auch die Deutsche Bank beteiligte sich an dem gigantischen Projekt — ist Itaipu zu einem großen Teil daran mitschuldig, daß Brasilien die höchste Auslandsverschuldung der Dritten Welt hat. Im Jahre 2023, so die gegenwärtigen Pläne, sollen die Itaipu-Schulden vollständig getilgt sein. Die in Itaipu produzierte Energie gehört laut Vertrag je zur Hälfte Brasilien und Paraguay.

Aber Paraguay wird nur 1,8 Prozent der Elektrizität verwenden und den Rest seines Anteils an Brasilien zurückverkaufen — das somit 98 Prozent der Energie von Itaipu erhält.

In Paraguay ist eine heftige Diskussion über die nach Meinung mancher Experten viel zu niedrigen Preise dieses Rückverkaufs entbrannt. Einige wünschen eine komplette Neuverhandlung des Itaipu-Vertrages mit Brasilien, so daß Paraguay nicht mehr an Brasilien gebunden wäre, sondern seine überschüssige Energie meistbietend verkaufen könnte — beispielsweise an Argentinien.

Der paraguayische Gewerkschaftsverband CUT wirft der Betreibergesellschaft darüber hinaus Korruption und Zahlungsrückstände vor und verlangt ein Gerichtsverfahren. D.J.

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