: Military Counseling Network
■ Unabhängiger Beratungsdienst der friedlichen Art für US-SoldatInnen
Im Septemer 1986 wurde das Military Counseling Projekt Mutlangen im Rahmen des Vereins Friedens-und Begegnungsstätte Mutlangen gegründet. Das Projekt hat sich die Aufgabe gestellt, in der BRD stationierten US -SoldatInnen einen unabhängigen Beratungsdienst anzubieten, wenn der Dienst mit der Waffe Gewissenskonflikte hervorruft und sie sich über juristische Aspekte eines Armeeaustritts informieren wollen, bzw. Hilfe bei einem potentiellen juristischen Verfahren benötigen. Bei einigen Soldaten konnten die ProjektmitarbeiterInnen schon konkrete Hilfen geben - besondere Erfolge waren die Entlassung von drei US -Soldaten, die aus Gewissensgründen den Dienst verweigerten. Inzwischen ist aus dem Umfeld des Military Counseling Projektes Mutlangen ein bundesweites Militärberatungsnetz (MCN) entstanden, in dem in der BRD lebende US -FriedensarbeiterInnen und Mitglieder der hiesigen Friedensbewegung mitarbeiten.
Seit kurzem gibt es ein neues Projekt: „Frauen und das Militär“ (Women and the Military). Ziel ist, die Auswirkung der Militarisierung des Lebens der Frau darzustellen und entsprechende Lösungen zu finden. Dies betrifft hauptsächlich US-Soldatinnen, aber auch die Frauen und Töchter der US-Soldaten sowie deutsche und andere „ausländische“ Frauen, die in der Nähe eines US-Stützpunktes wohnen. MCN BeraterInnen befinden sich in Mutlangen, Stuttgart, Heilbronn, Berlin, Frankfurt, im Hunsrück, in Upper Heyford, England und Den Haag, Holland.
Die MitarbeiterInnen des MCNs versuchen zur Zeit, den Kontakt zu in der BRD stationierten US-SoldatInnen zu veriefen. Themenbezogene Literatur und vor allem eine neue Zeitschrift, „THE BRIDGE/DIE BRÜCKE“, werden hergestellt und an US-SoldatInnen verteilt. Ziel der BRÜCKE ist unter anderem, ein Forum anzubieten, wo US-SoldatInnen und Mitglieder der deutschen Friedensbewegung miteinander ins Gespräch kommen können. Zur Zeit organisiert das MCN die AKTION KONTAKT, die Kontaktgruppen in der Nähe von US -Stützpunkten in der BRD aufbaut, um regelmäßigen Kontakt zu US-SoldatInnen herzustellen. Kontakt entsteht allerdings am ehesten durch regelmäßige Präsenz vor dem entsprechenden US -Stützpunkt. Seltener als einmal im Monat wäre nicht günstig: Zum einen, weil die Gruppenmotivation eher gefährdet ist, zum anderen, weil Kontinuität bei den Besuchen sehr wichtig ist.
Es gibt überall zahlreiche Treffpunkte, wo MCN Literatur an US-SoldatInnen verteilt werden kann: am Bahnhof oder Flughafen, in den Kneipen, vor den überall zu findenden McDonalds, an amerikanischen Autos, im Einkaufszentrum, Pro Familia, bei ÄrztInnen, die US-Militärangehörige behandeln, beim deutsch-amerikanischen Freundschaftsfest, bei Konzerten, und jederzeit am Haupteingang des lokalen Stützpunktes. Sie können auch einen MCN Info-Tisch nahe Housing Areas oder im Einkaufszentrum aufstellen. MCN ist auf Ihre Mitarbeit angewiesen, um seine Arbeit unter US -SoldatInnen bekannt zu machen.
taz
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