: Mentekel im Moskau
Wetterkapriolen durch Mütterchen Russland
„Ein Menetekel, ein Menetekel!“, schallte es kurz vor Redaktionsschluss am Montag durch die weiten Hallen des Wahrheit-Kontors. Es geschehen noch Zeichen und Wunder: „Mitten im Frühling – Moskau von Schneesturm heimgesucht“, meldete die Großwetterlagenagentur AFP. Offenbar hat Mütterchen Russland die Russenpeitsche herausgeholt, wie wir Kreml-Astrologen schlittschuhscharf analysierten. Geostrategisch bahnt sich gerade der politische Frühling an: Ungarns Orbán ist weg, Syriens Assad schon länger, und die Mullahs im Iran halten sich auch kaum noch. Viele Freunde hat Putin nicht mehr. Deshalb hat sich Mütterchen Russland auf ihre ureigenste Stärke besonnen: Schneien und Stürmen. Sogar Bäume wurden im Zentrum der russischen Hauptstadt entwurzelt. „Die Stadtverwaltung warnte die Bewohner, dass sich die Bedingungen im Laufe des Tages noch verschlimmern könnten“, so AFP. Ein Schneesturm im Frühling! Wir Kreml-Kundler haben die Botschaft sofort verstanden: Putin muss weg. Doch halt! Die Wetterprognose für Moskau besagte: „Am Mittag regnet es bei Höchstwerten von vier Grad.“ Also bleibt alles grau in grau. Dann ist die Sturm- eine Falschmeldung? Und es gibt gar kein Menetekel? AFP! Du hast uns mehr als enttäuscht!
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