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Mehr Geld für Euro-Jäger

■ Haushaltsmittel für Entwicklung bis Sommer aufgebraucht

Bonn (AFP/taz) – Der Euro-Jäger wird weiter vergoldet. Der Haushaltsausschuß des Bundestages hat gestern die bislang gesperrten Etatmittel von 150 Millionen Mark für den Lieblingsvogel der Hardthöhe freigegeben. Verteidigungsminister Volker Rühe (CDU) war zufrieden; die Deutsche Aerospace (Dasa), wo fiebernd an dem Jagdbomber gebastelt wird, kann sich freuen. Zwar sind damit die für dieses Jahr vorgesehenen 520 Millionen Mark nun ganz verfügbar, doch das Geld wird nicht weit reichen: Nach Angaben des Verteidigungsministeriums sind die Mittel bis Mitte des Jahres aufgebraucht.

Rühe appellierte an die Industrie, sich durch Einsparungen auf die neue Kostensituation einzustellen. Geschehe dies nicht, stelle sich die Frage, ob der Eurofighter überhaupt gebaut werde. Die aber ist wenig geneigt, die Light-Variante des Jäger 90 auch preislich abzuspecken und hat den Bedarf an Entwicklungsmitteln für 1993 auf 890 Millionen Mark 1993 beziffert. So muß Rühe das Milliardengrab Euro-Jäger wohl durch Umschichtungen in seinem Etat bedienen. Insgesamt beträgt der deutsche Beitrag an der Entwicklung des Eurofighters rund 7,5 Milliarden Mark. Ende April hatte der Haushaltsausschuß bereits eine Tranche in Höhe von 100 Millionen Mark für den Euro-Jäger freigegeben, um die Begleichung offener Rechungen zu ermöglichen. Bis zum Sommer wollen die am Bau beteiligten Staaten (Deutschland, Spanien, Italien und Großbritannien) neue Verträge mit den Unternehmen über einen niedrigeren Stückpreis pro Flugzeug aushandeln. Rühe betonte, bereits in den bisherigen Verhandlungen sei der erwartete Stückpreis um etwa 23 Prozent gesenkt worden. Er liegt derzeit bei etwa 102 Millionen Mark.

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