: Manifest der Freundschaft
■ Deutsch-französische Feier
Bonn (dpa/AFP/taz) – Frankreichs Staatspräsident Francois Mitterrand, Bundespräsident Richard von Weizsäcker und Bundeskanzler Helmut Kohl haben gestern in Bonn den 30. Jahrestag des Elysee-Vertrages gefeiert. Kohl sagte, der Vertrag sei ein „Manifest der Freude“. Gleichzeitig schlug der Kanzler einen Ausbau der Beziehungen vor: So sollten das deutsche und französische Parlament regelmäßig gemeinsame Sitzungen abhalten. Denkbar wäre auch ein gemeinsamer Parlamentsausschuß. In allen Großstädten sollten Gymnasien eingerichtet werden, die sowohl zum deutschen als auch zum französischen Abitur führen. Schließlich wäre es eine „hervorragende Sache“, wenn im deutsch-französischen Eurokorps von 1995 an Wehrpflichtige aus beiden Ländern ausgebildet werden könnten.
Mitterrand betonte, daß Deutsche und Franzosen nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges sich darauf verständigten, einen neuen Weg zu beschreiten. Der Bundestag würdigte den Jahrestag des Freundschaftsvertrages als „Gedenktag für alle Europäer“. Mit langanhaltendem Beifall begrüßte das Plenum den Außenpolitischen Ausschuß der französischen Nationalversammlung, der zu einer gemeinsamen Sitzung mit dem deutschen Auswärtigen Ausschuß nach Bonn gekommen war.
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