: Manege dicht für Bären?
■ Behörde erwägt Auftrittsverbot für Attraktion des Zirkus Huberti
für Attraktion des Zirkus Huberti
Schlechte Nachrichten für den kleinen Zirkus Huberti, der derzeit an der Moorweide gastiert: Das Bezirksamt erwägt nach taz-Informationen, in Absprache mit dem Veterinäramt der Gesundheitsbehörde den neun Braunbären — Attraktion der Manege —, die Huberti vom ostdeutschen Zirkus Probst ausgeliehen hat, Auftrittsverbot zu erteilen. Notfalls solle eine etwaige Verfügung von der Polizei durchgesetzt werden.
Huberti war wegen der Haltung der Tiere ins Visier der Behörden geraten. Nur 1,7 Quadratmeter stehen jedem der neun gewaltigen Bären in ihrem engen Käfigwagen zur Verfügung. In der vergangenen Woche verhängte das Bezirksamt gegen das Unternehmen Probst ein Bußgeld in Höhe von 5000 Mark wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz, um ihn zur Verbesserung der Bären-Lage zu bewegen. TierschützerInnen forderten überdies zum Boykott der Huberti-Manege auf. Doch Probst schaffte keine Abhilfe und ignoriert bisher das Bußgeld. Und Huberti fehlt das nötige Kapital, um durch einen weiteren Käfigwagen die qualvolle Enge zu beheben.
Eigentlich hätte die Behörde nunmehr genug Handhabe, die Tiere zu beschlagnahmen. Doch wohin mit ihnen? Weder Tierheim noch Zoo haben Platz, bzw. sind nicht entsprechend ausgestattet. Und damit wird wohl die schlechteste der möglichen Lösungen eintreten: Die Tiere fristen weiterhin auf engstem Raum zusammengepfercht ihr Dasein, nunmehr ohne den täglichen Auslauf in der Manege, und der Zirkus Huberti gerät womöglich durch ein Auftrittsverbot in wirtschaftliche Schwierigkeiten. In der Gesundheitsbehörde wollte man gestern offiziell die harte Gangart nicht bestätigen. Veterinärin Astrid von der Schulenberg: „Von einem Auftrittsverbot ist mir nichts bekannt.“
Huberti hofft, daß durch Spenden ein weiterer Käfigwagen angeschafft werden kann. Ein Sprecher: „Wir wollen doch auch, daß es den Tieren gut geht.“ Tierschützer sehen hingegen ihre These bestätigt: „Exotische Tiere gehören nicht in europäische Zirkusse oder Zoos.“ Kai von Appen
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