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Mahnmal abgerissen

■ Oldenburger Stadtverwaltung schleift antifaschistisches Mahnmal der IG-Metall-Jugend

Bremen (taz) - Gestern morgen um fünf ließ die sozialdemokratisch geführte Oldenburger Stadtregierung ein Denkmal abbauen, das die IG-Metall-Jugend nach einem Bildungsseminar über Südafrika auf einer exponierten Verkehrsinsel errichtet hatte. „Nie wieder Faschismus gegen Ausländerfeindlichkeit - gegen Rassismus“ war auf dem Dreieck, das den Judenwinkel symbolisierte, zu lesen.

Die SPD hatte nur eine vorläufige Aufstellungsgenehmigung „erlaubt“ und alle Anträge zur Verlängerung der Frist über den 31. Mai hinaus abgelehnt.

Seit diesem Tag war das Mahnmal von jugendlichen Metallern und ihren UnterstützerInnen rund um die Uhr bewacht. Gegen die anrückende Staatsmacht konnten sie am frühen Mittwoch morgen allerdings nichts ausrichten.

Der Leiter des Tiefbauamtes Kühl („Ich stehe hier im Auftrag von 140.000 Oldenburger Bürgern“) war in Begleitung eines Bautrupps und einer zwanzigköpfigen Polizistenschar erschienen, die auch dafür sorgten, daß der nächstgelegene öffentliche Fernsprecher blockiert wurde.

Den frühen Zeitpunkt der Räumung erklärte die Stadt mit „verkehrstechnischen Problemen“. „Vor Einsetzen des Berufsverkehrs“ sollte „das Ganze abgeschlossen“ sein, hieß es aus dem Pressereferat der Stadt.

Für die „richtige“ Vergangenheitsbewältigung hat Oldenburg schon selbst gesorgt. Heute berät eine Jury über fünf Entwürfe für ein vom Stadtparlament „im Konsens aller Parteien“ beschlossenes Denkmal für die Opfer des Faschismus. Das IG-Metall-Mahnmal wird nur noch den städtischen Bauhof schmücken.

Anh

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