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„Lora“ soll senden

■ Linksalternatives Radio für München

Ein linksalternatives Radio hat es beim Medienrat der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien noch nie leicht gehabt. Fast zehn Jahre gibt es nun schon Privatfunk in Bayern, doch das Münchner „Radio Lora“ existierte bislang fast nur auf dem Papier. Ein geeigneter Sendeplatz ist zwar immer noch nicht gefunden, aber immerhin hat der Medienrat nun einstimmig beschlossen, daß „Lora“ einem der fünf Münchner Privatprogramme zuliefern darf.

„Lora“-Vertreter Eberhard Efinger hofft, „täglich mehrere Stunden Programm“ gestalten zu können. Finanziert werden soll „Lora“ über Mitgliedsbeiträge eines Fördervereins sowie aus Werbeeinnahmen. Ein vom Vertreter der Grünen geforderter eigener linksalternativer Radiosender hat im Medienrat keine mehrheitliche Zustimmung gefunden.

Die Vorauswahl für eine Neuordnung der Münchner Privatradios war zunächst wenig erfolgversprechend verlaufen: Die Münchner Gesellschaft für Kabelkommunikation (MGK) hatte sich gegen „Radio Lora“ ausgesprochen, ein Programm, „das sich von vorneherein nur an eine qualifizierte Minderheit richtet“. Empfohlen wurde „Radio Arabella“, das laut MGK „besser geeignet ist, den Belangen und Bedürfnissen der Münchner Bevölkerung programmlich verstärkt Rechnung zu tragen“. Hinter dem konservativen und volkstümlichen „Radio Arabella“ stehen unter anderem der Münchner Merkur, Bauspekulant Josef Schörghuber und Franz Georg Strauß, Sohn des ehemaligen bayerischen Ministerpräsidenten. Vertreter des Bayerischen Journalistenverbandes, Gewerkschaft, SPD und Grüne fanden letztendlich jedoch Gehör mit ihrer Forderung nach mehr Meinungsvielfalt im Münchner Äther. Thomas Schuler

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