■ Lokalkoloratur: Hajo Friedrichs / Jesus
LOKALKOLORATUR
Erst Sabine Christiansen und jetzt auch noch der graumelierte Hajo Friedrichs - Tagesthemen-ModeratorInnen scheinen nach einer
gewissen Zeit ihr Gesicht auf der Glotze nicht mehr ertragen zu können. „Ich werde nicht wieder auf deutschen Bildschirmen zu sehen sein“, gab der 65jährige Hamburger, der vor knapp einem Jahr seinen Tagesthemen-Sessel dem sympathischen Habicht-Gesicht Ulrich Wickert überließ, gestern bekannt. Ob jetzt viele Frauen weinen? „Och nö“, meinte eine ehemalige Fan-Frau auf taz-Anfrage. „Der Hajo hat seinen Zenit irgendwie überschritten.“ Vielleicht liege es aber auch daran, daß Friedrichs mit der Zeit ihrem Vater immer ähnlicher werde. Naja. Auf jeden Fall läßt auch dieser Kater das Mausen nicht. Vorige Woche tauchte in der Wochenzeitung „Die Zeit“ eine große Anzeige auf. „Das Team“ warb um MitarbeiterInnen für einen neuen Nachrichtensender mit Namen „vox“ in Köln. Gemeint waren damit Ex-ZDF-Mann Ruprecht Eser und Hajo Friedrichs. Letzterer hat einen Beratervertrag für den Aufbau des Novums unterzeichnet. Ansonsten gibt er seinen Erfahrungsschatz an den journalistischen Nachwuchs weiter und geht mit einer Tiersendung über den ZDF-Äther. Da bleibt dem rüstigen Rentner noch genug Zeit, sich in seinem Haus auf Sylt zu verlustieren. Vielleicht mit seiner Lebensgefährtin, wer weiß.
Daß Hajo eine Beziehungskiste hat oder zumindest hatte, gilt in Journalistenkreisen als sicher. Ob Jesus dagegen in irdischen Verstrickungen lebte, darüber streiten sich derzeit die ForscherInnen. Die Theologin Barbara Thiering behauptet nach Quellenstudien doch glatt, der Gottessohn
sei mit Maria Magdalena verheiratet gewesen. Vor der Verurteilung zum Tode am Kreuz habe er mit ihr eine Tochter gezeugt. Nachdem Jesus die Kreuzigung überlebt hatte, seien der Ehe noch zwei Söhne entsprungen. Später habe Maria Magdalena ihn verlassen und der Messias sich mit einer Griechin getröstet. So schnöde und alltäglich soll der Angebetete also sein Leben verbracht haben? Mitnichten. Ein Aufschrei aus dem Norden der Bundesrepublik erschüttert die einem weiblichen Hirn entsprungenen Thesen. Jürgen Becker, Professor an der Kieler Universität, bezweifelt diese Version auf das Heftigste. Die Evangelisten Matthäus, Markus und Lukas wüßten nichts von einer Ehe zwischen Jesus und Maria Magdalena. Und diese drei Herren gelten schließlich in der Theologie als allein seriöse Quellen. sini
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