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Lokalkoloratur

Die Volkshochschulzeit von Rudolf Camerer ist vorbei. Er will nicht länger Direktor der Hamburger VHS sein – einer Anstalt, in der sich 2,6 Millionen Mark Schulden türmen und die bis 2001 Defizite in Höhe von weiteren 3,4 Millionen Mark ausgleichen muß. Gestrichen sind die Realschulabschlüsse bei der VHS; die Hauptschulplätze werden um ein Drittel gekürzt. Was bleibt, ist die Erkenntnis, daß man an allem selber Schuld ist: „Wir haben über unsere Verhältnisse gelebt“, schalt Camerer am Montag abend sich und sein Haus. Daß es soweit kommen konnte, liege auch an „Controllingfehlern“, räumte der 53jährige ein. In sechs Jahren bei der Volkshochschule hat er gelernt, daß „die meisten Probleme hausgemacht sind“. Da hilft auch der Unternehmensberater nicht, der zusammen mit den VHS-Chefs neue Sparpläne ausrollen soll: Camerer will noch in dieser Woche seine Kündigung einreichen. Und das ist ja auch eine Art Schulabschluß. juw

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