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Lokalkoloratur

Von der Elbe in den Ruhrpott zu ziehen, ist so attraktiv wie die Nordsee ohne Wellen. Horst Bossong mag die Entscheidung dennoch leicht gefallen sein. Nach zehn Jahren als Drogenbeauftragter des Hamburger Senats barg der Ruf der Essener Gesamthochschule die Verheißung, den heißen Stuhl des Politikers gegen das Ruhekissen eines Professors einzutauschen. Leise verabschiedete sich Bossong gestern mit einer nur internen Feier. Ob das an Kommunikationsunfähigkeit liegt, die ihm zuletzt von den Trägern der Drogenhilfe nachgesagt wurde? Wenn überhaupt, hat er die Bereitschaft, seine Linie auszufechten, gerade im Kampf mit seinen KritikerInnen verloren. Angetreten ist Bossong damals als Hoffnungsträger. Der derzeitige Rollback in der Hamburger Drogenpolitik, die sich vom suchtakzeptierenden Ansatz wieder fortbewegt, kann kaum dem Mann zugeschrieben werden, in dessen Amtszeit Gesundheitsräume eingerichtet oder das Methadonprogramm entwickelt wurde. Alles Gute in Essen wünscht ee

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