Linkspartei-Verbot: Redler muss draußen bleiben

Die ehemalige Berliner WASG-Rebellin Lucy Redler darf nicht Mitglied der Linkspartei werden. Doch die streitbare Trotzkistin bleibt hartnäckig und legt Widerspruch ein.

Gewohnt widerborstig: Lucy Redler. Bild: dpa

BERLIN taz Das wars dann wohl. Die Landesschiedskommission der Berliner Linkspartei hat die Aufnahme von Lucy Redler in die Partei einstimmig abgelehnt. Damit dürfte für die ehemalige Spitzenkandidatin der Wahlalternative Arbeit und soziale Gerechtigkeit (WASG) in Berlin eine Parteikarriere zumindest bei der Linkspartei verbaut sein. Das bisherige Verhalten Redlers biete keine Gewähr, dass sie sich künftig an die Satzung der Linken halten werde, hieß es zur Begründung der Landesschiedskommission am Donnerstagabend. Redler würde sich, so die Einschätzung, sogar über Beschlüsse der Bundespartei hinwegsetzen.

Ausgerechnet das ebenfalls ehemalige Gründungsmitglied der WASG, der jetzige Vize-Bundesvorsitzende der Linken Klaus Ernst, hatte gegen den Parteieintritt der bekennenden Marxistin Einspruch erhoben. Redler ist ihm ein Dorn im Auge, weil sie vehement gegen die Fusion der WASG mit der Linkspartei gewettert hatte. Gegen den Willen des WASG-Bundesvorstands hatte sie zudem dafür gesorgt, dass die Wahlalternative bei der Abgeordnetenhauswahl im Herbst 2006 in Konkurrenz zur Linkspartei antrat. Der Streit eskalierte damals so weit, dass der Bundesvorstand die Landesspitze vor der Wahl absetzen ließ. Aber auch in jüngerer Zeit hat sie wiederholt Stimmung gegen die rot-rote Koalition in Berlin gemacht. Ihr ist der Senat zu "unsozial".

"Die Begründung des Schiedsspruchs, wir würden uns nicht an die Satzung der Linken halten, wird durch nichts belegt", erklärte Redler hingegen. Dieser Schiedsspruch widerspreche zudem dem Selbstverständnis der Linkspartei, in der unterschiedliche Strömungen der Linken ihren Platz haben. Neben Redler wurde auch Sascha Stanicic die Aufnahme verwehrt. Sie gehören beide der Sozialistischen Alternative Voran (SAV) an, einer trotzkistischen Gruppe, die auch in den Reihen der Linkspartei immer wieder für heftige Auseinandersetzungen sorgt.

Redler und Stanicic wollen sich beide nicht geschlagen geben und kündigten an, bei der Bundesschiedskommission der Linkspartei Widerspruch einzulegen: "Ich habe auch weiterhin vor, bei der Linken mitzumachen", sagte Redler. Zudem sei sie Mitglied bei Solid, dem Jugendverband der Linkspartei. Dort könne sie sich fast genauso gut für ein Ende des rot-roten Senats in der Bundeshauptstadt einsetzen.

Einmal zahlen
.

Fehler auf taz.de entdeckt?

Wir freuen uns über eine Mail an fehlerhinweis@taz.de!

Inhaltliches Feedback?

Gerne als Leser*innenkommentar unter dem Text auf taz.de oder über das Kontaktformular.

Bitte registrieren Sie sich und halten Sie sich an unsere Netiquette.

Haben Sie Probleme beim Kommentieren oder Registrieren?

Dann mailen Sie uns bitte an kommune@taz.de

Ihren Kommentar hier eingeben