Lingener Uranfabrik: Aktivisten blockieren Zufahrt
Atomkraftgegner hielten über sechs Stunden den Weg zur Brennelementefabrik besetzt. Sie fordern, die Anlage stillzulegen.
Die Lingener Fabrik sei ebenso wie die Urananreicherungsanlage im westfälischen Gronau vom Atomausstieg ausgenommen, hieß es vonseiten der Atomkraftgegner. Sie beliefere Atomkraftwerke „auf der ganzen Welt“ mit frischen Brennstäben. Auch der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz und die atomkritische Ärzteorganisation IPPNW forderten, die Fabrik stillzulegen.
Die 35 Jahre alte Brennelementefabrik sei „altersschwach“ und deshalb besonders gefährlich, hieß es weiter. Zudem bedrohten die internationalen Urantransporte von und nach Lingen die Gesundheit und das Leben von Anwohnern der Transportstrecken.
In der Anlage wird angereichertes Uranhexafluorid zunächst in Uranoxid umgewandelt, zu Pulver gestampft und zu sogenannten Pellets gepresst. Diese werden dann auf bestimmte Abmessungen geschliffen, in Rohre gefüllt und zu Brennelementen montiert.
Außerdem gibt es auf dem Gelände Lagerbereiche für Brennstäbe, Uranhexafluorid und radioaktive Abfälle. Betreiber ist die Firma „Advanced Nuclear Fuels“, eine Tochter des französischen Atomkonzerns Areva.
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