: „Liebe taz...“ Wo kommen all die bösen Nazis her?
Betr.: „Wieder rechte Plakat-Aktion“, taz vom 6.9.2000
Vielen Dank für Eure ausführliche Berichterstattung über rechte Aktivitäten in Bremen. Auch ich bin vor einigen Tagen Zeuge einer rechtsextremen Propaganda-Tat geworden. Ein circa 16-jähriger Nazi-Skinhead hat zwei (!) Aufkleber an einer Bushaltestelle angebracht, zudem pöbelte er heftig dabei.
Nein, mal im Ernst, solch eine Berichterstattung ist nicht notwendig. Sie reiht sich ein in die seit Monaten anhaltende Presse und Politiker-Hysterie. Selbst jahrzehntelang aktiv gegen Rechts, ist für mich die Tour „Hoppla, wo kommen denn plötzlich all die bösen Nazis her?“ eine reine Farce. Die Aufmerksamkeit, die Ihr ihnen schenkt, die hätten wir uns all die Jahre mit unseren Antifa-Aktionen gewünscht. All zu oft wurde die Antifa belächelt, und plötzlich sind alle irgendwie antifa-mäßig drauf. Na super!
Übrigens wurden auch am Freizi Findorff NPD-Plakate geklebt, und stellt Euch vor, ich habe Sie in Eigenregie abgerissen. Ich stehe für ein ausführliches Interview über den Anlauf zur Verfügung.
Uwe aus Bremen
(Name der Red. bekannt)
Gemeinsam für freie Presse
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen