: Legaler Raub der Dorfkasse?
Politische Konsequenzen hatte der Hamburger Anwalt und frühere stellvertretende FDP-Landesvorsitzende Corvin Fischer vor einem Jahr immerhin gezogen — heute sind die hohen Honorarforderungen des Anwalts gegenüber der Mecklenburger Gemeinde Linstow Gegenstand einer Verhandlung vor dem Hamburger Landgericht. Fischer hatte beim Abschluß eines Grundstücksvertrags 1991 mehr als 100 000 Mark für die Beratung des 200-Seelen-Dorfs verlangt, das 1991 über einen Jahresetat von nur 90 000 DM verfügte. Linstow hatte die Kostennote als völlig überhöht zurückgewiesen, zumal der Verkauf des Grundstücks noch gar nicht zustande gekommen war. Fischer hatte daraufhin nach heftiger Kritik sein FDP-Amt zunächst ruhen lassen und dann ganz aufgegeben. Er ist aber noch immer aktives Makler-Parteimitglied. Nun soll die erste mündliche Verhandlung vor der Fiskuskammer des Landgerichts stattfinden. Fischer hat sein Honorar bei der Gemeinde eingeklagt. Die Hamburger Anwaltskammer hatte die Gebühren als gerechtfertigt bezeichnet. dpa/taz
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