piwik no script img

Legale Joints für das Recht auf Rausch

■ Ganz große Einigkeit bei Hannoveraner Debatte um neue Wege in der Drogenpolitk / Alle fordern: Legalize it!

„Wer sich berauschen will steht vor der absurden Wahl, ob er es legal mit Alkohol oder weniger schädlich aber illegal mit Cannabis tut“, so redetn nicht etwa einer, der das Cannabis gleich säckeweise verkaufen will. So redet Alfred Lessing, und der ist immerhin Drogenbeauftragter der Stadt Hannover. Neuere Gutachten belegten, so Lessing, Cannabisprodukte seien weniger gesundheitsgefährdend und viel sozialverträglicher als Alkohol. Vertreter der Kritischen Polizisten, der Drogenberatungsstelle, der GABL und der Stadt diskutierten am Donnerstag bei „Faust“ über die Frage, gibt es ein „Recht auf Rausch“?

Durch die Zusammensetzung des Podiums kam eine kontroverse Debatte aber erst gar nicht zustande. Es herrschte Einigkeit in den wesentlichen Punkten: Das Versagen der repressiven Drogenpolitik sei offensichtlich, Mittel des Strafrechts seien ungeeignet, Konsum und Verkauf von Drogen zu kontrollieren. Und auch bei den Forderungen nach Legalisierung, Entkriminalisierung und letztlich Freigabe weicher Drogen wie Cannabis zum Eigenverbrauch herrschte große Einigkeit auf dem Podium.

Unsere Konsumgesellschaft fördere die Tendenz zum Rausch, meinten die Diskutanten. Und dort wo er ausprobiert würde, zeige der Weg der Legalisierung weicher Drogen erstaunliche Ergebnisse: In den Niederlanden habe sich gezeigt, daß durch Freigabe weicher Drogen der Konsum sogar zurückgehe. jm/kb

Die taz schreibt, redet und diskutiert für Pluralismus und eine freie, offene Gesellschaft – besonders jetzt, wo der Rechtsextremismus weiter erstarkt und demokratische Institutionen angreift. Dort wo rechtsextreme Kräfte an Zustimmung gewinnen, wächst auch die Befürchtung vor zunehmenden Angriffen und Diffamierungen gegen Gegner*innen extrem rechter Politik. Besonders selbstverwaltete Orte spüren diesen Druck, dabei brauchen wir gerade jetzt Orte der Kritik, (Sub)Kultur und der Solidarität. Gerade jetzt müssen wir zusammenhalten und uns solidarisch mit denjenigen zeigen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit „Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen