: Lauter Sesselfurzer
Wissenschaftler wollen Politklänge erforschen
Ob die Wissenschaft sich mit diesem neuen Forschungsgebiet wirklich einen Gefallen tut? „Forscher untersuchen Wirkung von Klängen in der Politik“, meldete die Störgeräuschagentur epd am Montag. Tatsächlich aber wollten wir das schon immer mal wissen: Wie klingen eigentlich Sesselfurzer? Haben sie einen leicht knarzigen Klang? Oder doch eher gedrückt quietschend? Und was ist mit Phrasendreschern, Worthülsenschleudern, Sprechautomaten, Plappermäulern, Laberköpfen, Schaumschlägern, Nebelkerzenwerfern, Windbeuteln oder Heißluftgebläsen? All den Gestalten und Figuren, die sich gewöhnlich in der Politik herumtreiben und aus Eitelkeit und Machtgier Sprechblasen absondern? Wobei wir uns fragen, warum man den Klang der Politik überhaupt erforschen muss. Wir kennen ihn nämlich nur zu gut – das ganze Geschnatter und Gekeife. Das niemand mehr hören kann. Letztlich bedauern wir das Forschungsteam der Freien Universität Berlin und der Universität Osnabrück, das erstmals den Einfluss von Stimmen und Klängen in politischen Botschaften ergründen möchte. Denn das kann nur zu wehen Ohren und sogar brutalen Hörstürzen führen bei den armen Forschern. Wissenschaft, von der die Welt besser nichts wissen will.
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