piwik no script img

Lärmschutz für SchweinswaleHendricks macht Walkampf

Seit 2013 gibt es in der Nordsee einen Lärmschutz für Schweinswale. Ein Schallschutzkonzept für die Ostsee soll folgen, sagt die Bundesumweltministerin.

dpa | Die rund 450 Schweinswale in der Ostsee sollen bald genauso vor Lärm geschützt werden wie ihre Artgenossen in der Nordsee. Ein entsprechendes Schallschutzkonzept solle noch in dieser Legislaturperiode beschlossen werden, hieß es am Donnerstag bei einem Besuch von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) in Mecklenburg-Vorpommern.

Der Direktor des Deutschen Meeresmuseums (Ozeaneum) in Stralsund, Harald Benke, sagte: „Wir brauchen möglichst bald ein Schallschutzkonzept, alle wissenschaftlichen Vorarbeiten dafür sind schon abgeschlossen.“ Genauso wichtig seien Beschränkungen für die Fischerei in Schutzgebieten.

Seinen Angaben zufolge werden an der Küste von Mecklenburg-Vorpommern pro Jahr etwa 35 tote Schweinswale gefunden. In der zentralen Ostsee leben rund 450 Schweinswale. Die Meeressäuger sind für ihre Orientierung auf ihr Gehör angewiesen.

Wird es durch Lärm beschädigt – etwa wenn Windkraft-Anlagen in den Meeresboden gerammt werden – finden die Wale ihre Jungen nicht mehr und verhungern, weil sie keine Nahrung mehr orten können.

Das Schallschutzkonzept, das seit Dezember 2013 für die Nordsee gilt, lässt sich nicht einfach auf die Ostsee übertragen. Das hat unter anderem mit dem unterschiedlichen Bodenrelief zu tun.

Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen

Mehr zum Thema

0 Kommentare