: LKWs, Fisch und Geld
■ ...bilden den Stoff, aus dem die Kompromisse sind
Für die EG war die freie Fahrt für Lastwagen über die Alpenpässe die wichtigste Voraussetzung, den EWR-Vertrag zu unterzeichnen. Österreich und die Schweiz hatten sich hingegen vehement gegen noch mehr Durchgangsverkehr und damit mehr Lärm und Schadstoffe gewehrt. Österreich konnte in dem Kompromiß durchsetzen, daß die Umweltbelastung durch den Alpentransit — 1,3 Millionen Fahrten jährlich — in den nächsten zwölf Jahren schrittweise um 60 Prozent vermindert wird. Die Schweiz akzeptierte, daß für Eiltransporte und verderbliche Güter auch bis zu 15.000 Vierzig-Tonnen-Laster ihr Land jährlich durchfahren dürfen. Die EG muß im Gegenzug mehr Container auf die Schiene verladen.
Griechenland, das bis zum Schluß drohte, die Verhandlungen platzen zu lassen, setzte gegenüber Österreich durch, daß es bis zu 2.000 Touren mehr als geplant durch das Alpenland schicken darf — wegen des Bürgerkrieges in Jugoslawien. Spanien, Portugal und Irland dürfen in Skandinavien 11.000 Tonnen Kabeljau pro Jahr fischen, die EG-Flotte als ganze nochmal 20.000 Tonnen Fisch mehr als bisher. Island darf seine Fischindustrie mit Investitionsschutzklauseln vor den Spaniern abschotten.
Die wirtschaftlich schwächsten Länder der EG werden von den EFTA-Ländern dafür bezahlt, daß sie deren stärkere Konkurrenz im Binnenmarkt hinnehmen: 500 Millionen Ecu fließen als direkte Zuschüsse in die südlichen Regionen der EG, weitere 1,5 Milliarden Ecu (3 Mrd. Mark) als zinsgünstige Darlehen. dri
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