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Kugellager festgelaufen

Nach der Aussperrung der Chefs und zähen Verhandlungen nun doch Konkurs für die Leipziger Kugellagerfabrik  ■ Aus Dresden Detlef Krell

Die Deutsche Kugellagerfabriken GmbH (DKFL) mit Sitz in Leipzig hat am Freitag die Gesamtvollstreckung beantragt. In einer Stellungnahme bedauert die Geschäftsführung, daß es nicht gelungen sei, „die öffentliche Hand zu einem Engagement zu bewegen und neue Kapitalgeber zu finden“.

Die Muttergesellschaft FAG Kugelfischer in Schweinfurt will den Konkurs „mit großem Bedauern“ zur Kenntnis genommen haben. Kugelfischer habe aufgrund der eigenen angespannten Situation keine Möglichkeit mehr gesehen, noch weiteres Kapital zuzuschießen. Die Leipziger Tochter habe seit der Übernahme im Juli 1990 Verluste in Höhe von 365 Millionen Mark eingefahren. Jedes weitere Schweinfurter Engagement hätte das Restrukturierungskonzept des Gesamtkonzerns und damit 16.000 Arbeitsplätze – vorwiegend in Westdeutschland – in Frage gestellt.

Sachsens Wirtschaftsminister Kajo Schommer (CDU) fällt es nach eigenen Worten schwer, hinter der mangelnden Gesprächsbereitschaft der beiden Geschäftsleitungen und der Banken „keine Strategie zu sehen“. Vorwürfe der DKFL-Chefs an die öffentliche Hand weist er zurück. „Jede erfolgversprechende Umstrukturierung der DKFL“ würde das Land Sachsen unter der Bedingung begleiten, „daß Schweinfurt und die Banken sich entsprechend engagieren.“ Der Leipziger IG-Metall- Sekretär Bernd Kruppa sieht Chancen für ein alternativ zu Kugelfischer entwickeltes Konzept, das nach der Ausgliederung der vier DKFL-Werke in Sachsen und Thüringen aus dem Konzern deren Entschuldung und Neustrukturierung vorsieht.

In einer aufsehenerregenden Aktion hatte die Belegschaft des Leipziger Werkes drei Wochen lang die Geschäftsführung ausgesperrt und in eigener Regie die Produktion weitergeführt. Mit der Betriebsbesetzung hatten die KollegInnen gegen die, nach ihrer Meinung gezielten, Kündigungen von zwei Dritteln der Belegschaft protestiert. Sie vermuteten, die Schweinfurter Mutterfirma wollte lediglich einen lästigen Konkurrenten ausschalten. Wirtschaftsminister Schommer hatte eine Sanierungslösung gefordert, die „FAG und DKFL und nicht nur FAG“ heiße. Der Kugelfischer-Gesamtbetriebsrat stellte sich während der Aktion demonstrativ hinter die Konzernleitung und zieh den Minister der Einmischung in die Arbeit des Unternehmens. Widerspruch fing Schommer sich auch von Treuhand-Präsidentin Birgit Breuel ein. FAG habe sich „vorbildlich engagiert“, erklärte sie im Münchener Presseclub.

Nach Beendigung der Blockade begannen am Montag Verhandlungen zwischen Belegschaft und Geschäftsführung, damit die 213 gekündigten ArbeiterInnen und Angestellten in die Leipziger Bildungs- und Beschäftigungsgesellschaft übernommen werden.

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