piwik no script img

■ 8. MaiKritik an Kohl

Frankfurt/Hamburg (AP) – Wegen der Gedenkfeier zum 50. Jahrestag des Kriegsendes steht Bundeskanzler Kohl weiter in der Kritik. Nach Auffassung des Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt, Reinhard Höppner, ließ Kohl mit seiner Einladungspolitik den Eindruck entstehen, Deutschland stehe auf der Seite der Sieger. Die SPD forderte Kohl auf, bei den Feierlichkeiten in Moskau das russische Vorgehen in Tschetschenien zu verurteilen. Der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung sagte Höppner unter Hinweis auf die Haltung Kohls: „Dies ist der Rolle Deutschlands damals wie heute völlig unangemessen. Bei den Gedenkfeiern dürfen unsere kleineren Nachbarländer, die von Nazideutschland überfallen wurden und unter dem Krieg mindestens genauso, wenn nicht mehr gelitten haben, nicht aus dem Blick geraten.“ Höppner kündigte an, zur Feierstunde seines Bundeslandes Vertreter aller KSZE-Staaten, Polens, Ungarns, Tschechiens, der baltischen Staaten, Belgiens, der Niederlande und Frankreichs einzuladen.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen