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Kritik an DRK und Rotem Halbmond

GfbV: Bundesmittel für kurdische Flüchtlinge veruntreut  ■ Aus Göttingen Reimar Paul

Heftige Vorwürfe erhebt die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) gegen das Deutsche Rote Kreuz (DRK) und den Türkischen Roten Halbmond (TRH). Der in Göttingen ansässigen Menschenrechtsorganisation liegen nach eigenen Angaben „Beweise“ dafür vor, daß der TRH mit stillschweigender Billigung des DRK Bundesmittel für kurdische Flüchtlinge in der Türkei „nicht zweckentsprechend verwendet oder unterschlagen hat“.

So soll der „quasi staatliche“ Türkische Rote Halbmond schon 1988 drei Millionen Mark, die vom Bundestag ausdrücklich als zusätzliche Hilfe für die chronisch unterversorgten Flüchtlinge bewilligt worden waren, mit dem zwischengeschalteten DRK als Mittel für die laufende Versorgung abgerechnet haben. Im darauffolgenden Jahr sei vom bundesdeutschen Parlament auf Bitte des TRH erneut eine Million Mark für das Aufstellen von 2.500 neuen Zelten im Flüchtlingslager Kziltepe bei Mardin genehmigt worden. Die Inspektionsreise einer GfbV-Delegation ins irakisch-türkische Grenzgebiet habe jedoch ergeben, daß „unbeanstandet vom DRK“ nur 400 bis 600 alte Zelte ersetzt worden seien. Erst nach langwierigen Auseinandersetzungen zwischen DRK, GfbV, Bundestag und Bundesregierung sowie einer erneuten Zahlung von noch einmal zwei Millionen Mark hätten im März 1991 1.900 weitere Zelte aufgestellt werden können. Die DRK- Zentrale in Bonn hat die Vorwürfe als „an den Haaren herbeigezogen“ bezeichnet und „mit aller Schärfe“ zurückgewiesen. Die von der GfbV genannten Zahlen seien „aus der Luft gegriffen“, weder das DRK noch der Rote Halbmond hätten jemals Bundesmittel veruntreut. Alle vom DRK in der Türkei unterhaltenen Flüchtlingslager, so die Auslandspressereferentin Julie von Stülpnagel zur taz, „sind gerade von einem Mitarbeiter begutachtet worden und befinden sich in hervorragendem Zustand.“

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