Krise der Biogasbranche

Neue Ideen, neue Kunden

Hersteller von Biogas suchen nach Wegen, wie sie ihr Produkt ohne gesetzliche Förderung loswerden können. Tankstellen sind eine Möglichkeit.

Beliebte Grundsubstanz für Biogas: Mais. Foto: Sebastian Kahnert/dpa

FREIBURG taz | Weil die gesetzliche Förderung von Strom aus Biogas bei der jüngsten EEG-Novelle gesenkt wurde, suchen Landwirte zunehmend neue Wege, ihr Gas zu vermarkten.

So wird ein Landwirt im württembergischen Eutingen im September eine Biogastankstelle in Betrieb nehmen. Das aufbereitete Gas, das er dort verkaufen will, hat die gleiche Qualität wie konventionelles Erdgas und kann in Erdgasfahrzeugen verwendet werden.

Landwirt Winfried Vees begründet sein Projekt damit, dass er schon mal in die Zeit hineinwachsen wolle, in der es keine gesetzliche Abnahmeverpflichtung für Strom aus Biogas mehr gibt.

Erlöse abseits der Förderung nach dem EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz) gibt es auch im Regelenergiemarkt. Immer mehr Betreiber von Biogasanlagen bieten inzwischen Regelleistung an, die gebraucht wird, um Stromangebot und -nachfrage im Netz stabil zu halten. Denn Biogas kann anders als Sonne und Wind bedarfsgerecht Strom erzeugen. Die Regelenergie wird auktioniert, folglich ohne Förderung vermarktet.

Biogas statt Heizöl

Und mitunter suchen sich Biogas-Landwirte auch ganz neue passende Abnehmer aus anderen Branchen für ihre Energie. So generieren sie abseits der gesetzlichen Vergütungsregeln zumindest Zusatzerlöse.

Ein solches Beispiel findet man in Donaueschingen. Dort beziehen die Südbadischen Gummiwerke, die früher bis zu 50.000 Liter Heizöl im Jahr verbrauchten, seit gut drei Jahren von einem Landwirt über eine 2,2 Kilometer lange Leitung Biogas. Die daraus gewonnene Wärme sei billiger als die Wärme aus fossilen Energien, heißt es.

Der Preis ist zudem für zehn Jahre fixiert – wo gibt es so etwas sonst noch im Wärmemarkt? Andrea Kutzner, technische Geschäftsführerin des mittelständischen Unternehmens, sagt, das Konzept habe sich „bestens bewährt“, die Biogasversorgung laufe, „zur vollsten Zufriedenheit“.

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