Krieg in der Ukraine: Tote und Verletzte in Charkiw
Die zweitgrößte ukrainische Stadt wird erneut mit russischen Drohnen angegriffen. Moskau und Kyjiw tauschen weitere Gefangene aus.
Foto: Uncredited/Ukrainian Emergency Service/AP/dpa
Kyjiw afp/rtr | Bei einem russischen Drohnenangriff auf die zweitgrößte ukrainische Stadt Charkiw in der Nacht zu Mittwoch sind mindestens zwei Menschen getötet und 54 verletzt worden. Wie örtliche Behörden mitteilten, befinden sich unter den Verletzten auch fünf Kinder. Die intensiven Angriffe mit 17 Drohnen lösten Brände in 15 Einheiten eines fünfstöckigen Wohnhauses aus und verursachten weitere Schäden in der Stadt nahe der russischen Grenze, sagte der Bürgermeister von Charkiw, Ihor Terechow.
„Es gibt direkte Treffer auf mehrstöckige Gebäude, Privathäuser, Spielplätze, Unternehmen und öffentliche Verkehrsmittel“, sagte Terechow über die Nachrichten-App Telegram. Der Gouverneur des Großraums Charkiw, Oleh Sinehubow, teilte auf Telegram mit, dass bei den Angriffen auch ein städtisches Oberleitungsbusdepot getroffen worden sei. Von russischer Seite gab es keine unmittelbare Stellungnahme.
Unterdessen haben Russland und die Ukraine nach übereinstimmenden Angaben beider Seiten erneut Kriegsgefangene ausgetauscht. Das russische Verteidigungsministerium erklärte, dass gemäß den russisch-ukrainischen Vereinbarungen vom 2. Juni in Istanbul „die zweite Gruppe russischer Soldaten zurückgekommen“ sei. Weder zum Ort des Austauschs noch zur genauen Anzahl der Soldaten machten Moskau und Kyjiw zunächst nähere Angaben.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte, mit dem Austausch am Dienstag seien „unsere verletzten und schwer verwundeten Kämpfer aus russischer Gefangenschaft zurückgekehrt“. Der Austausch, der am Montag begonnen hatte, werde fortgesetzt. „Wir tun alles, was wir können, um jede einzelne Person, die sich in Gefangenschaft befindet, zu finden und zurückzubringen.“
Zweite Stufe
Bei dem Gefangenenaustausch vom Dienstag handelt es sich um die zweite Stufe einer Vereinbarung, die bei Gesprächen zwischen Kyjiw und Moskau bei den jüngsten Verhandlungen in Istanbul vor gut einer Woche getroffen worden war. Die Vereinbarung verpflichtet beide Seiten zur Freilassung von mehr als tausend Gefangenen.
Konkret sah die Absprache vor, dass alle verletzten Soldaten und alle unter 25 Jahren ausgetauscht würden, auf jeder Seite mehr als tausend Soldaten. Russland hatte zudem zugesagt, die Überreste von 6000 getöteten ukrainischen Soldaten zu übergeben.
Es wäre demnach der größte Gefangenenaustausch seit Beginn des russischen Angriffskrieges im Februar 2022. Allerdings schien die Vereinbarung in den vergangenen Tagen in Frage zu stehen, da beide Seiten sich gegenseitig beschuldigten, den Austausch zu vereiteln.
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