■ Heute vor fünf Jahren: Krenz in Moskau
SED-Generalsekretär Egon Krenz trifft zu einem Kurzbesuch in Moskau ein. Das Thema „Wiedervereinigung“ steht allerdings nicht auf der Tagesordnung. „Wir lernen, wie unsere sowjetischen Freunde die Umgestaltung meistern, und wir lernen auch davon, was ihnen nicht gelungen ist“, sagt Krenz bei seiner Ankunft in Moskau. Konkretes will er dazu aber nicht verraten. Die Möglichkeit, Verfassungsänderungen vorzunehmen und freie Wahlen durchzuführen, lehnt er nach wie vor kategorisch ab.
In Neubrandneburg und Frankfurt (Oder) demonstrieren mehrere zehntausend Menschen für gesellschaftliche Veränderungen. Das Innenministerium prüft, ob das Neue Forum nicht doch legalisiert werden könnte. In Ostberlin beginnt der VII. Philosophie-Kongreß der DDR. Die DDR-Philosophen, bisher sehr regimefreundlich, konstatieren eine „politische Krisensituation“ in ihrem Land. In der Einschätzung der Lage sind sich die TeilnehmerInnen allerdings nicht einig: Während die einen glauben, der Sozialismus habe nicht versagt, finden andere, daß in der DDR die persönliche Freiheit und die Menschenwürde verletzt worden seien.
Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen