: Kreisen, Ewigkeit
Man muss sich Krautrock als einen glücklichen Sisyphos vorstellen: Im stets anschwellenden Crescendo ein mächtiges Riff den Berg hochwuchten, das endlich, nachdem sämtliche Popsong-üblichen Formate gesprengt worden sind, wieder runter ins Tal donnern darf. Decrescendo. Mit diesem brüllenden Betonmischerprinzip haben sich mal Bands wie Neu! und Faust für einen Ehrenplatz in der Rockgeschichtsschreibung empfohlen. Krautrock eben. Den man aber gar nicht als deutschen Sonderweg im Rock ’n’ Roll hören sollte. Sondern einfach als wirkmächtiges Hypnose-Instrumentarium, mit dem etwa auch Godspeed You Black Emperor hantieren, für diesen so schlichten wie überwältigenden Effekt, dass man sich in der beständigen Repetition eines Schlagworts, eines Handgriffs, einer Gitarrenphrase verlieren kann. Was allerdings aufseiten der Musikschaffenden schon ein sorgsames Händchen voraussetzt, weil hier auch die Gefahr der Langeweile besonders nahe liegt. Die Musiker von Circle aber sind keine Langweiler, und als aufrechte Schamanenrocker haben sich die Finnen zu ihren Gitarrendrones noch eine Fantasiesprache zurecht gelegt, Meronian genannt, die man sich im Magnet mal anhören kann.
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