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Krankmachende Frauenarbeitsplätze

Was es für Maurer schon lange gibt, soll nun auch für Frauen erstellt werden:  ■ die ergonomische Arbeitsplatzanalyse

Die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) hat im Rahmen der gesundheitspolitischen Arbeitstagung „Krummer Rücken - schwere Beine“ Schulsenatorin Rosemarie Raab und Sozialsenator Ortwin Runde aufgefordert, in Krankenhäusern, Pflegeheimen und Kindertagesstätten humanere Arbeitsbedingungen für Frauen zu schaffen. Die AsF: „Es dürfen nicht länger aus Kosten-

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0gründen krankmachende Arbeitsbedingungen geduldet, ja sogar eingeplant werden.“

Wenn Katrin Keller nach dem Dienst ihre Schwesterntracht auszieht, weiß sie was sie getan hat: Zahlreiche Patienten mußten transportiert und umgebettet werden, dazu kam das Tragen von Verpflegung, Bettwäsche sowie Bettenmachen in gebückter Haltung. Die Ouittung: Katrins Rücken schmerzt

1so sehr, daß sie sich Stunden nach dem Dienst kaum bewegen, geschweige denn schlafen kann.

Erzieherin Sabine Stemmler geht es wenig anders: Auch sie verbringt einen Großteil des Tages in gebückter Haltung, muß öfter die Sprößlinge hochheben und auf den Arm nehmen. Und damit nicht genug: Denn in ihrer Kita machen die Erzieherinnen das Essen für die Kinder selbst. Jeden Tag müssen die schweren großen Töpfe - die Küche befindet sich im Keller - die Treppe hinauf getragen werden.

Mit dieser Quälerei soll jetzt Schluß sein, eine Langzeitstudie - wie sie bereits für Maurer gemacht worden ist - soll nun auch in Frauenberufen Aufklärung über gesundheitliche Schädigungen bringen. Die AsF-Forderung: „Die häufigsten gesundheitlichen Risikofaktoren für Frauen, die Arbeitsbelastung durch Heben und Tragen, müssen auf ein erträgliches Maß minimiert werden.“ Denn es gebe zum Beispiel höhenverstellbare Betten, die zu einer Verbesserung der ergonomischen Arbeitshaltung für Krankenschwestern führen. Und auch die alten Kita-Komißkochtöpfe könnten schnell durch moderne Kipp- Töpfe ersetzt werden.

Überdies fordert die AsF ein generelles Nachtarbeitsverbot, Ausnahmen sollten nur in ausgewählten Dienstleistungsberufen (Gesundheitswesen, Öffentliche Si-

1cherheit) möglich sein. Dr. Wilma Simon, Staatsrätin der Gesundheitsbehörde und Moderatorin der Arbeitstagung: „Viele Krankenschwestern nennen Streß und Nachtarbeit als Hauptgrund für ihr Ausscheiden.“ Kai von Appen

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