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Konsulat besetzt

■ Rat der Spanier fürchtet Schließung des Bremer Hauses

Etwa 300 SpanierInnen besetzten am Samstag das spanische Konsulat am Schwachhauser Ring. Durch einen Artikel in der spanischen Tageszeitung „El Pais“ hatten sie erfahren, daß die Bremer Vertretung dichtgemacht werden soll. SpanierInnen müßten dann nach Hamburg fahren, um die nötigen Papiere für Hochzeiten, Geburten, Wehrdienst oder die Rückkehr in die Heimat zu bekommen.

Julio Molina, Sprecher des „Consejo de Residentes“ (Rat der in Bremen und Umgebung wohnenden SpanierInnen), vermutet, daß die Generalkonsulate Hannover und Hamburg den Bremer Bereich, der von Cuxhaven bis Osnabrück reicht, unter sich aufteilen wollen. Diese angeblichen Einsparungspläne der Spanischen Regierung könne der Rat der Spanier jedoch nicht nachvollziehen, zumal das Land Bremen das Haus kostenlos zur Verfügung stelle.

Die BesetzerInnen warfen dem anwesenden Hamburger Generalkonsul Anibal Jirmenez Y Abascal vor, dem Außenminsterium gegenüber mit falschen Zahlen zu operieren. Laut Molina werden darin für Bremen zuwenig, für Hamburg jedoch zuviele spanische BürgerInnen angegeben, um die Abgabe der Aufgaben an Hamburg zu rechtfertigen.

Nachdem die BesetzerInnen sich weigerten, das Konsulat zu räumen, habe Jirmenez zugesagt, ihnen binnen drei Wochen die Zahlen zur Verfügung zu stellen, eine Unterredung mit der Bonner Botschaftsverwaltung zu organisieren und sich beim spanischen Außenministerium für den Erhalt des Bremer Konsulats einzusetzen. „Wenn er sich daran nicht hält, gibt es eine erneute Besetzung, vielleicht sogar bei der Botschaft in Bonn“, erklärte Molina.

asp/Foto: Tristan Vankann

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