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KommentarTaktische Position

■ Zurückhaltung der Uni wäre angebracht

Die Universität Bremen betreibt Schadensbegrenzung. Das umstrittene Plutonium-Gutachten der Professorin Inge Schmitz-Feuerhake, für eine Bürgerinitiative erstellt und auf Universitäts-Briefpapier verbreitet, ist Wasser auf die Mühlen derjenigen, die immer noch das Bild der „roten Kaderschmiede“ im Hinterkopf herumtragen. Die Uni-Leitung will krampfhaft weg vom Image der 70er Jahre – eine unbequeme Altlast wie die Universitäts-Mitgründerin schleppt man ungern mit sich herum. Doch wenn es um dienstliche Konsequenzen geht, setzt das Beamtenrecht klare Grenzen.

Doch während Uni-Mitarbeiter Gerald Kirchner nach einer „schlaflosen Nacht“ beschloß, den wissenschaftlichen Disput öffentlich auszutragen, um seine Reputation zu schützen, bezieht die Uni-Leitung ohne Not Position. Panische Angst um den neugewonnenen Ruf als Technik-Uni treibt Rektor Timm dazu, die ungeliebte Physikerin in eine Ecke zu stellen, aus der sie die verbleibenden drei Jahre ihres Berufslebes wohl nicht mehr herauskommen wird.

Der Uni hätte Zurückhaltung besser zu Gesicht gestanden. Noch sind die Vorwürfe der Gutachten-Gegner nicht geklärt. Eine uni-interne Überprüfungs-Kommission würde monatelang tagen, danach wäre das Interesse an den Ergebnissen gering. Präsident Timm hat sich anders entschieden und seinen Punkt gemacht. Eine solche Kommission ist nun eigentlich nicht mehr nötig. Christoph Dowe

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