piwik no script img

Kommentar Technikprobleme der Haspa Schlecht für den Ruf

Gernot Knödler

Kommentar von

Gernot Knödler

Die Haspa hat in den letzten paar Jahren wiederholt für negative Schlagzeilen gesorgt. Zum Teil lassen die Gründe dafür Zweifel daran aufkommen, ob dieses Institut seinem hehren Anspruch gerecht wird, dem Gemeinwohl zu dienen.

D ie Haspa hat in den letzten paar Jahren wiederholt für negative Schlagzeilen gesorgt. Die Gründe dafür lagen zum Teil in peinlichen Pannen wie den aktuellen Problemen bei der EDV-Umstellung. Zum Teil lassen sie aber auch Zweifel daran aufkommen, ob dieses Institut seinem hehren Anspruch gerecht wird, dem Gemeinwohl zu dienen.

Wie viele andere Kreditinstitute hat die Haspa Wertpapiere der amerikanischen Pleite-Bank Lehman Brothers verkauft. Einige Kunden haben sie daraufhin wegen fehlerhafter Beratung verklagt. Die Sparkasse erhielt vor Gericht Recht. Immerhin 1.000 KundInnen hat sie aus Kulanz und aufgrund von Zweifeln im Einzelfall entschädigt.

Problematischer war schon, dass die Haspa externen Finanzberatern die Daten ihrer KundInnen zugänglich machte - ohne deren Einwilligung. Mehr noch: Die Haspa erstellte auch Psycho-Profile ihrer Kunden. Vom hamburgischen Datenschutzbeauftragten wurde sie dafür mit 200.000 Euro Bußgeld belegt.

Vollends ärgerlich ist die Werbung der Haspa für Konsumenten-Kredite: Eine "Spar"-Kasse sollte Geld sammeln, damit die Einleger mit Zins und Zinseszins Vermögen aufbauen und die Unternehmen investieren können. Eine Sparkasse, die ihre Kunden dazu verführt, auf Pump ein Pferd fürs Kind zu kaufen, und dafür Zinsen zu zahlen, hat ihren Zweck verfehlt.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Gernot Knödler

Gernot Knödler Hamburg-Redakteur

Mehr zum Thema

2 Kommentare

 / 
  • TO
    Torsten O. Dibobi

    Lieber Herr Knödler,

    ich kann Ihre Kritik ja grundsätzlich verstehen, aber den Schluss müssen Sie mir erklären: Wieso darf ein Kunde einer Sparkasse seinem Kind kein Pferd kaufen? Mit welchem Recht sollte mir meine Hausbank einen Kredit verweigern, wenn ich über genügend Bonität verfüge? Darf ich einen Kredit für ein Hybridauto aufnehmen? Darf ich einen Kredit zum Kauf von Aktien eines Solaranlagenherstellers aufnehmen? Darf ich einen Kredit aufnehmen, um Genossenschaftsanteile an der taz zu kaufen? Was ist so verwerflich daran, wenn ich meinem Kind ein Pferd kaufen will und dafür einen Kredit bei der Haspa aufnehme? Und was ist verwerflich daran, wenn die Haspa damit auch noch Werbung macht? Ich lasse mir von niemandem vorschreiben, wofür ich mein Geld ausgebe - auch nicht von der taz.

  • I
    Isie

    die 200.000 euro wurden nicht für die psychoprofile fällig, sondern für die mobilen berater. wenn sie schon einen kommentar schreiben, dann sollten sie wnigstens korrekt sein. zudem gibt wahrscheinlich keine bank in hh so viele kredite für firmen wie die haspa, damit die wirtschaft funktioniert... so viel zum thema gemeinwohl ...