piwik no script img

Kommentar Tagelöhner im Hafen Den Hals nicht voll gekriegt

Gernot Knödler

Kommentar von

Gernot Knödler

Die Firmen im Hamburger Hafen haben schon eine spezielle Zeitarbeitsfirma. Es ist inakzeptabel, dann auch noch in großer Zahl Tagelöhner in Wartestellung zu halten.

D ie Hafenunternehmen haben versucht, ihre ohnehin schon komfortable Personalsituation auf Kosten der Arbeitssuchenden zu verbessern. Weil die Gerichte nicht mitspielten, sind sie damit auf die Nase gefallen. Es ist gut, dass die Gesamthafenbetriebsgesellschaft (GHB) daraus die Lehre zieht.

Was sich das Dienstleistungsunternehmen für die Hafenbetriebe herausgenommen hat, nämlich die dauerhafte Beschäftigung einer großen Zahl von Tagelöhnern, war von vornherein nicht akzeptabel. Denn die Idee bei der Gründung der GHB bestand ja gerade darin, die vielen, zum Teil kleinen Hafenunternehmen flexibel mit Arbeitskräften zu versorgen. Hier noch einen drauf setzen zu wollen, ist vermessen.

Natürlich ist es verständlich, dass auch eine große Firma wie die GHB zögert, in unsicheren Zeiten Leute fest an sich zu binden. Allerdings gibt es ja die Möglichkeit, Mitarbeiter befristet einzustellen. Und Tagelöhner in begrenzter Zahl anzustellen, mag in Ordnung sein, sofern sie tatsächlich eine Chance haben, eine Stelle aus dem festen Pool zu ergattern. Als Heranführung an ein festes Arbeitsverhältnis sind ordentlich bezahlte Tage im Hafen allemal besser als ein Ein-Euro-Job.

Trotzdem gilt angesichts der Zahl der beschäftigten Tagelöhner: Die Gewerkschaft Ver.di hat zu lange zugeschaut.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Gernot Knödler

Gernot Knödler Hamburg-Redakteur

Mehr zum Thema

0 Kommentare