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Kommentar Jagd in Naturschutzgebieten Ein bisschen zu billig

Gernot Knödler

Kommentar von

Gernot Knödler

Die Forderung der Jägerschaft nach Jagderlaubnis in Naturschutzgebieten wirkt, als wolle man sich den wirklichen Ursachen der wundersamen Wildschweinvermehrung nicht stellen.

D er schleswig-holsteinische Jagdverband will, dass die Jagd in Naturschutzgebieten freigegeben wird, um der Wildschweine Herr zu werden. Diese Forderung geht an den Ursachen des Problems vorbei.

Die Jäger kritisieren, dass sich die Schweine wegen des stark gewachsenen Maisanbaus wie wild vermehren. Denn die Jäger müssen für die Verwüstungen bezahlen, die die Sauen auf den Äckern und in Gärten hinterlassen.

Doch der Maisanbau ist nicht alleine dafür verantwortlich, dass die Viecher prächtig gedeihen. Seit Jahren wird kritisiert, dass etliche Jäger beim Anlocken - "Kirren" - des Wildes das rechte Maß nicht finden und die Tiere auf diese Weise mästen. Dazu kommen Fehler bei der Jagd, die die Schweine dazu anregen, mehr Nachwuchs zu zeugen.

Die Forderung des Jagdverbandes nun wirkt, als wollten sich die Jäger den wahren Problemen nicht stellen. Denn in manchen Naturschutzgebieten darf längst gejagt werden - gerade zu deren Schutzzweck. Auch hat die Landesregierung die Voraussetzung dafür geschaffen, dass die Sauen sogar in Maisfeldern geschossen werden können.

Erfüllte man die Forderung der Jägerschaft, wären die Konsequenzen absurd: Energiemais als flächendeckende Monokultur stiftet ökologisch ohnehin schon mehr Unheil als Nutzen. Als Kollateralschaden käme dann die Zerstörung von Naturschutzgebieten hinzu. Und das, wo sich die Jäger selbst doch so gerne als Naturschützer sehen.

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Gernot Knödler

Gernot Knödler Hamburg-Redakteur

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1 Kommentar

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  • N
    Nordlicht

    "Ein bisschen zu billig" dieses Kommentar. Schade, dass der Autor, Herr Knödler nur auf Polemik setzt ohne sich inhaltlich mit dem Thema auseinander gesetzt zu haben. Hätte er dies getan, dann wüste er, dass die Jagd einen Form der nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen ist und damit elementarer Bestandteil der Nationalen Strategie zur Erhaltung der Biologischen Vielfalt. Und der Erhalt dieser Biologischen Vielfalt macht auch vor Schutzgebieten nicht halt. Darüber hinaus gibt es kein einziges Naturschutzgebiet in Deutschland, wo die ordnungsgemäße Ausübung der Jagd und Hege zur Zerstörung des Naturschutzgebietes geführt hat, wie von Knödler weisgesagt.

     

    Fazit: Spannendes Thema aber schlecht recherchiert. Das sollten Journalisten besser können!