Kommentar Ikea-Ansiedlung: Versuchskaninchen Altona

Nachdem der multinationale Möbelkonzern auf die Hinhalte-Taktik gesetzt hat, macht er jetzt klar, dass Ikea Altona ein windiges Experiment bleibt.

Bislang hat Ikea mit seinem Lieferkonzept für Altona auf die Hinhalte-Taktik gesetzt. Jetzt, wo alles unter Dach und Fach ist und die Bauarbeiten beginnen, lässt der Konzern durchsickern, dass für ihn nichts weiter dahinter steckt als ein windiges Experiment.

Den Gegnern der Ikea-Ansiedlung in Altona bleibt mittlerweile nur noch, zu hoffen, dass genau das eintritt, was sie immer befürchtet haben: Ein so großes Verkehrschaos, dass es nicht nur auf Kosten der Lebensqualität im ohnehin schon vom Autoverkehr belasteten Stadtteil geht, sondern auch die Kunden des Einrichtungskonzerns abschreckt.

Ein Zugeständnis wäre es gewesen, den Möbel-Lieferservice kostenlos anzubieten. Weil Ikea darauf verzichtet, werden Kunden überlegen, ob sie nicht doch ins Auto steigen.

Auf die Beförderungsbestimmungen des HVV scheint Ikea jedenfalls weniger Einfluss zu haben als auf die politischen Entscheidungen der Bezirkspolitiker und des Senats, wenn es darum geht, den öffentlichen Raum in Beschlag zu nehmen und dabei noch finanziell begünstigt zu werden. Denn für Ikea Altona sind alle Parteien, mit Ausnahme der Linken, in die Bresche gesprungen.

Ikea ist selbstbewusst. Altona ist für den multinationalen Player nicht mehr und nicht weniger als ein Versuchskaninchen.

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Geboren 1981, studierte Politikwissenschaft, Philosophie und Ethnologie in Potsdam, Berlin und Mexiko-Stadt und schreibt seit 2009 für die taz. Sie volontierte bei der taz.nord in Hamburg, war dort anschließend Redakteurin und Chefin von Dienst und ab Juli 2017 Redaktionsleiterin der taz.nord - zusammen mit Jan Kahlcke. Seit März 2019 ist sie Produktentwicklerin für die taz App.

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