Kommentar Hort-Reform: Eltern wollen Qualität

Der SPD-Senat plant eine Mammut-Reform, deren Gelingen kein Selbstgänger ist. Nötig wäre ein Versprechen, dass es den Kindern gut gehen wird, und eine Hotline für Elternsorgen.

Mit absoluter Mehrheit lässt sich bequem regieren. Etwas lässig, quasi im Kleingedruckten, teilten Sozial- und Schulbehörde gestern mit, dass die geplante Ganztägige Betreuung für Vorschulkinder (GBS) doch etwas kosten wird. Das hat Gründe. Auch die Kitas bieten Vorschularbeit an. Will man beide Angebote gleichstellen, kann nicht eines gratis und das andere kostenpflichtig sein.

Und doch werden die Eltern hier ganz schön enttäuscht. Es stand zur Debatte, den Personalschlüssel für die Betreuung der Jüngsten zu erhöhen. Das passiert nun nicht, statt dessen wird kassiert.

Sollte hier eine Abschreckung eintreten, wäre es nicht so dramatisch: Die Vorschulen hatten zuletzt so viele Anmeldungen, dass man zusätzlich Container brauchte. Und in Kitas geht es den Fünfjährigen kaum schlechter als in der Vorschule.

Auf die leichte Schulter nehmen sollte die SPD die Qualitätsfrage aber nicht. Ab August soll es an 71 Schulen GBS geben. Dass dafür Räume, Konzepte und Personal bereitstehen, ist kein Selbstgänger.

Die SPD versprach bereits, dass GBS für niemanden teuer werden soll. Viel wichtiger aber ist eine Qualitätsgarantie: die Versicherung, dass es den Kindern gut gehen wird.

Gut wäre eine Hotline für Elternsorgen - und das Versprechen, ihn auch nachzugehen.

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Seit 1992 mit Unterbrechung (1995 bis 2000) Redakteurin der taz am Standort Hamburg für Bildung und Soziales.

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