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Kommentar von

Christopher Ost

Zwei Monate durfte sich eine neuapostolische Christin um behinderte Menschen bei der Stiftung Alsterdorf kümmern. Als die Personalabteilung bemerkte, dass sie sich nicht zum evangelischen Glauben bekennt, wurde sie rausgeworfen.

Z wei Monate durfte sich eine neuapostolische Christin um behinderte Menschen bei der Stiftung Alsterdorf kümmern. Als die Personalabteilung bemerkte, dass sie sich nicht zum evangelischen Glauben bekennt, wurde sie rausgeworfen.

"Neuapostolisch": Die 14 Buchstaben ihrer Konfession brennen den Personalern auf der Seele, wie dem Teufel das Weihwasser auf der Haut. Hysterisch wird das Wort Sekte bemüht, pädagogisch wird von der richtigen Einstellung zum Menschen gelabert. Die fehlt den Stiftungsleuten anscheinend selbst. Denn dass die junge Dame ihre Arbeit zwei Monate lang gut gemacht hat, interessiert niemanden.

Genauso wenig interessiert die Alsterdorfer, an welchen Gott die Steuerzahler glauben, die ihre Einrichtung mitfinanzieren. Wenns ums Geldkriegen geht, ist ihnen jede Glaubensrichtung recht.

Die Arbeitsverträge der Stiftung werden nicht von Religionsprüfern, sondern Bürohengsten gemacht. Allein der formale Eintritt in die richtige Kirche genügt, um der Stiftung dienen zu dürfen. Ob man daran glaubt, ist ohne Belang.

Eine Glaubensprüfmaschine müsste her: Dann könnte überprüft werden, ob Pastoren selber an Gott glauben. Und vor allem, ob die Alsterdorfer Stiftung wirklich an die christlichen Werte glaubt, auf die sie sich allzu gerne beruft.

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