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Kommentar Atomstreit mit Iran Europa muss Flagge zeigen

Kommentar von

Bahman Nirumand

Beim Atomstreit mit dem Iran können nur ernsthafte Verhandlungen einen Krieg verhindern. Zuckerbrot und Peitsche wirken nicht.

Es ist unbegreiflich, dass der Westen das sinnlose Spiel im Atomstreit mit dem Iran immer noch fortsetzt. Seit fünf Jahren erleben wir immer wieder dieselben Szenarien: Der Westen verlangt die Aussetzung der Urananreicherung, Iran sagt nein oder auch jein, die UN-Vetomächte und Deutschland setzten sich monatelang zusammen, beschließen neue Sanktionen, wohl wissend, dass sie damit das Regime in Teheran nicht in die Knie zwingen können. Denn solange das Öl fließt, das dem Land rund 80 Milliarden Dollar einbringt, kann das Regime Sanktionen gelassen hinnehmen. Dass das Volk die Sanktionen zu spüren bekommt, kümmert die Gottesmänner nicht. Für das Vaterland und noch mehr für den Islam müsse man eben Opfer bringen, predigen sie.

Die Strategie von Zuckerbrot und Peitsche schadet dem Westen wirtschaftlich und treibt den Iran immer weiter in die Arme Russlands und Chinas. Zudem ist dies ein gefährliches Spiel, denn es kann in einem Krieg münden. Die Folgen wären grauenvoll, nicht nur für den Iran und die Region, sondern auch für Europa und die USA. Es gibt sowohl dort als auch in Israel immer mehr Stimmen, die auf einen Krieg drängen. Selbst im Iran sehen fundamentalistische Kreise in einer militärischen Auseinandersetzung die Chance, die Mehrheit hinter sich zu scharen, Millionen für ihre Märtyrerideologie zu mobilisieren und damit die Führung in der islamischen Welt übernehmen zu können.

Was ist in dieser brisanten Lage zu tun? Man muss ernsthaft und ohne Vorbedingungen mit Iran verhandeln. Wenn dieser noch ein paar Wochen und Monate die Urananreicherung fortsetzt, entsteht daraus längst nicht die Bombe. Und wenn man dem Land Vorschläge macht, bei denen das Regime sein Gesicht wahren kann, könnten Radikale und die Kriegstreiber isoliert und der größte Teil der Konservativen gewonnen werden. Sollte sich Washington wie bisher weigern und Tel Aviv auf eine militärische Lösung drängen, dann müssen die Europäer Flagge zeigen. Sie hätten Russland und China auf ihrer Seite. Ob sie dazu den Mut aufbringen, ist zu bezweifeln. BAHMAN NIRUMAND

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1 Kommentar

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  • S
    Sali

    Genau wie andere Labyisten des iranischen Regimes möchte Bahman Nirumand, dass der Westen ohne jede Vorbedingung mit Iran verhandelt. Damit das Regime ohne Druck von der westlichen Seite im Besitz von Atomwaffen gelangt. Seine Kunst besteht darin, den Westen die Angst einzujagen, dass der Iran die wirtschaftliche Beziehungen mit Europa abbrechen wird, fall der Westen härtere Maßnahmen gegen Mullahs ergreift. Dabei muss man zugeben, dass die Europa bislang sehr beschwichtigend gegenüber Mullahs gehandelt hat. Und das ist vielleicht gerade ein Grund für einen möglichen Krieg gegen Iran. So Europa muss härter gegenüber den Iran auftreten. Ein gutes Beispiel ist die Aussetzung der Steinigung im Iran, aufgrund des Druckes auf den Iran durch EU.