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Kolumne Politik von untenGehirnwäsche zum Selbermachen

Kolumne
von Jean Peters

Vorsicht: Monotonie lässt die Synapsen verdrecken! Doch intensive Gruppenerlebnisse pumpen den alten Schmodder schnell aus Kopf und Nieren.

G ehirnwäsche hat einen schlechten Ruf. Dabei ist prinzipiell nichts gegen wohlriechende Gehirne einzuwenden - entscheidend ist nur, dass man den Prozess von der Wahl des Waschmittels bis zur synaptischen Tiefenreinigung selbst steuert. Vor allem in Zeiten globaler Krisen ist es sinnvoll, neue Paradigmen sozialen Zusammenlebens zu erschließen. Mit der Do-it-yourself-Gehirnwäsche können Sie Geist und ideologische Grundhaltung blitzblank halten.

Erstens: Wechseln Sie regelmäßig die Umgebung und erfrischen Sie Ihre sozialen Erlebnisse. Monotonie lässt Synapsen schnell verdrecken und erschwert den Paradigmenwechsel, wodurch Mythen der Werbeindustrie verkrusten und zu chronischer Marktwirtschaftsgläubigkeit führen können.

Zweitens: Seien Sie nicht zimperlich, wenn Sie Alternativen auswählen. Hoher Input und intensive Gruppenerlebnisse pumpen alten Schmodder aus Kopf und Nieren. Spielen Sie mit Zirkuskindern in Israel und Palästina, buddeln Sie mit griechischen Webdesignern in Permakulturen oder entwickeln Sie Theaterstücke zu solidarischer Ökonomie, während Sie die baltische Küste entlangsegeln.

Drittens: Wählen Sie die Waschmittelpackung mit Bedacht und informieren Sie sich über die Hintergründe. Auf dem Werbe- und Informationsmarkt finden wir massig Gehirnwaschmittelchen, an denen wir uns erquicken können.

Jean Peters

Jean Peters ist Clown und Aktivist. Er segelt derzeit an der baltischen Küste für globale Gerechtigkeit: www.sailingforsustainability.net

Zu jedem Produkt werden durchschnittlich fünf Mythen bereitgestellt, mit denen man seinen Geist einseifen kann. Als BP sich zum Beispiel die Fotovoltaikfirma Solarex einverleibte, feierte der Ölkonzern sich als "weltgrößtes Solarunternehmen". Der Firmenkauf kostete 45 Millionen Dollar - die Imagekampagne war viermal so teuer.

Rubbeln Sie Ihre Zehen durch!

In einer Welt, wo die Wirtschaftslobby auf dem Gaspedal der Wissensproduktion sitzt, müssen die Bremsen immer gut geölt sein, um auch bei Höchstgeschwindigkeit Unfälle zu vermeiden - schreibt Wolfgang Wodarg, Vorstandsmitglied von Transparency International. Wenn die UN-Konferenzen zur Weltrettung sich irren, müssen wir noch umlenken können.

Setzen Sie also dem Diskurs der grünen Ökonomie, die vor allem auf Subvention führender Unternehmen setzt, selbst gemachte Erlebnisse der Gemeingutforschung entgegen.

Informieren Sie sich zu Ursachen von Migrationsströmen und Geschlechterrollen. Nehmen Sie Ihr Gehirn in die Hand und rubbeln Sie Ihre Zehen durch, bevor es mit Höchstgeschwindigkeit gegen die nächste Mauer fliegt.

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1 Kommentar

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  • W
    willy

    Rubbeln sie den Peters durch!