Kinotipp der Woche: Der Horror von Wald und Hase

Endlich wieder auf großer Leinwand: die Sommerausgabe der Fantasy Filmfests gibt einen Überblick über die aktuelle Filmproduktion des Fantastischen.

Frau im See. Szene aus „Gaia – Grüne Hölle“, Südafrika 2021, von Jaco Bouwer​

„Gaia – Grüne Hölle“, Südafrika 2021, von Jaco Bouwer​ Foto: Promo

Fröhlich fliegt die Drohne ihres Weges durch den Wald als sie vor einem Mann inne hält. Der Mann streckt einen Arm aus, die Drohne weicht zurück. Dann holt der Mann die Drohne aus der Luft. Die Wildhüter Gabi und Winston, die die Wildtierkameras vom Fluss aus überprüfen, verfolgen die Aufnahme aus dem Boot. Trotz Winstons Vorbehalten macht Gabi sich auf den Weg, um die Drohne wieder zu holen.

Als Gabi im Wald in eine Falle tritt und sich den Fuß verletzt, kann sie sich nur noch in eine nahegelegene Hütte retten. Dort leben die beiden Aussteiger Barend und Stefan. Barend begrüßt Gabi mit dem Satz „Du hast unsere Falle kaputt gemacht.“

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Unterdessen ist Winston auf der Suche nach ihr. Während er im Wald umher irrt, wird er von einem Wesen angegriffen. In einer Reihe von Träumen erahnt Gabi die Gefahr, die vom Urwald ausgeht. Wenige Tage später treten erste Pflanzenteile auf ihrem Arm auf. Der Wald durchdringt alles. Der südafrikanische Ökothriller „Gaia“ ist Teil der diesjährigen Fantasy Filmfest Nights XL.

Die vergrößerte Edition der Fantasy-Filmfest-Sommernächte gibt auch in diesem Jahr wieder einen Überblick über die aktuelle Filmproduktion des Fantastischen. Den Schwerpunkt unter den 17 Filmen bilden englischsprachige Produktionen, ergänzt um „Gaia“, die beiden südkoreanischen Produktionen „Seobok“ und „Voices of Silence“ und den französischen Sommerhorrorfilm „Kandisha“.

Fantasy Filmfest Berlin: Astor Film Lounge, 24.–27. Juni, Kurfürstendamm 225 www.fantasyfilmfest.com

In „Bad Hair“ überträgt US-Regisseur Justin Simien, Schöpfer der Erfolgsserie „Dear White People“, das Erfolgsrezept seiner Serie, Identitätsfragen massenkompatibel und ohne jemandem auf die Füße treten zu wollen, auf den Horrorfilm.

Die junge Fernsehproduzentin Anna wurde bei Culture, dem Fernsehsender für den sie arbeitet, immer übergangen. Als eine neue Programmleiterin den Sender brachial umbauen soll, bietet sich ihr überraschend eine Chance. Einziges Hindernis: Annas Haar. Die Programmleiterin gibt ihr die Adresse eines Luxus-Haarsalons. Was Anna bekommt, ist weit mehr als eine neue Frisur.

Ein trommelnder Hase ist der Horrorindikator in Damien Mc Carthys Langfilmdebüt „Caveat“. Mc Carthy etabliert die Prämisse seines Films ohne viel Gefackel. Barret bittet den von einem Unfall gebeutelten Isaac auf die Tochter seines toten Bruders aufzupassen. Bevor die Details weiter geklärt sind, geht es los zu einem verlassenen Haus, auf einer Insel, oh, und übrigens: Isaac muss einen Harness mit einer Kette tragen, während er im Haus ist.

Mit beeindruckend geringem Aufwand, minimalem Budget und einem Cast von vier Personen entfaltet Mc Carthy Nervenkitzel. Selbst der trommelnde Hase findet seinen Platz. Was zunächst nervige, ironische Referenzen befürchten lässt, erweist sich als eines der Elemente, mit denen Mc Carthys schräger Humor seinen Weg in den Film findet.

Die Fantasy Filmfest Nights XL sind eine schöne Gelegenheit sich nach langer Zeit endlich wieder einmal von Fantastischem auf großen Leinwänden fesseln zu lassen und im Kinosaal gemeinsam zusammenzuzucken vor Spannung. Schon Shakespeare wusste schließlich: Sommernächte sind Fantasynächte.

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