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Kinkel hofiert China

■ Chinesischer Außenminister in Bonn / Hoffnung auf Handelsboom

Bonn (dpa) – Beim dreitägigen Besuch des chinesischen Außenministers Qian Qichen, der an diesem Dienstag in Bonn erwartet wird, will Bundesaußenminister Klaus Kinkel die wachsende Bedeutung Chinas als wirtschaftlicher und politischer Partner herausstellen. Sprecher des Auswärtigen Amtes betonten in diesem Zusammenhang den ständigen Sicherheitsratssitz Chinas und die Rolle als Regionalmacht unter anderem bei der Beilegung des Kambodscha-Konflikts und bei der Atomkontrolle in Nordkorea.

In den deutsch-chinesischen Kontakten haben sich die Besuche auffallend gehäuft. Als Qian im März 1992 das letzte Mal in Bonn war und dabei Proteste und Mahnwachen verursachte, hatte Arbeitsminister Norbert Blüm öffentlich China zur Einstellung von Folterungen aufgefordert. Nachdem ein weiteres Jahr seit der blutigen Niederschlagung der Studentenrevolte auf dem Tieananmen-Platz im Juni 1989 vergangen ist, sind Lockerungen erkennbar. Auf wiederholte Menschenrechtsfragen reagierte Qian vor zwei Wochen vor der Presse in Peking empfindlich und aggressiv. Deutschland habe selbst Probleme und sein „Ruf in Sachen Menschenrechte ist nicht so ehrenhaft“.

Ohne konkrete Chancen steht der deutsch-chinesische Handelsaustausch vor einem neuen Start. Nach der Absage eines Zwölf-Milliarden-Rüstungsauftrages aus Taiwan war Wirtschaftsminister Günter Rexrodt nach Peking gereist. Er brachte eine Liste mit möglichen Aufträgen von 50 Milliarden Dollar mit, die weltweit an die günstigsten Anbieter vergeben werden und nicht für deutsche Exporteure reserviert sind.

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