: Kein neues Staatsbürgerrecht
■ Die Koalition setzt sich im Bundestag durch
Bonn (AFP) – Der Bundestag hat am Freitag mit der Koalitionsmehrheit eine erleichterte Einbürgerung von Ausländerkindern abgelehnt. Gegen einen entsprechenden Gesetzentwurf des SPD-dominierten Bundesrats votierten in namentlicher Abstimmung 338 Abgeordnete, 317 waren dafür, und 3 enthielten sich. Die SPD hatte ursprünglich gehofft, den Antrag mit Hilfe von Abweichlern der Koalition durchsetzen zu können. Bundesinnenminister Manfred Kanther (CDU) sprach von einem „großen Erfolg“. Die FDP befürwortet zwar eine Liberalisierung des Staatsbürgerrechts, hatte aber mit fast allen Abgeordneten gegen den Bundesratsantrag gestimmt, um den Zusammenhalt der Koalition nicht zu gefährden. Nach dem Entwurf der Länderkammer sollen Ausländerkinder mit der Geburt zusätzlich die deutsche Staatsangehörigkeit erhalten, wenn mindestens ein Elternteil in Deutschland geboren wurde. Kinder, deren Eltern über eine unbefristete Aufenthaltsgenehmigung verfügen und seit mindestens fünf Jahren im Bundesgebiet leben, sollen einen Anspruch auf Einbürgerung erhalten. Bericht Seite 2
Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen