Bremen kocht: Kein Stern nirgends
Sogar Cuxhaven hat eines, auch Friedland und Bad Zwischenahn. Osnabrück und Hannover haben jetzt sogar drei! Nur in Bremen gibt’s kein einziges Restaurant mit einem Stern, das Land taucht auch im neuen Guide Michelin nicht auf, wieder einmal. Und so stellt Wolfsburg als Drei-Sterne-Standort die kulinarische Spitze des Nordens dar, neben dem reichen Hamburg.
Okay, in Wolfsburg gibt es VW und einen Fußball-Bundesligisten mit lauter Millionären. Andererseits hat Bremen Letzteres auch, und die zweitgrößte Produktionsstätte von Mercedes-Benz weltweit, daran kann es nicht liegen. Und mondäner als Cuxhaven ist es allemal.
Bundesweit wurden zuletzt 334 Restaurants mit den begehrten Sternen ausgezeichnet – so viele wie noch nie. 41 dieser Lokale sind in Norddeutschland, zusammen haben sie 53 Sterne. Bremen indes geht schon seit Jahren leer aus. Dass das erste Hotel am Platze mit einem Stern glänzen konnte, ist mittlerweile schon zehn Jahre her.
In Bremen gibt es neben viel Armut durchaus allerlei Reichtum, das Statistische Bundesamt zählt 193 Einkommensmillionäre, und die Werften am Stadtrand sind ein Hotspot der Superreichen dieser Welt. Andererseits hat der Stadtstaat eine wirklich sehr protestantische Tradition. Bis heute ist es hier arg verpönt, seinen Reichtum zur Schau zu stellen, und genau dafür sind Sterne-Restaurants ja da. Bodenständig soll es sein. Und nicht zu teuer. (mnz)
Die taz schreibt, redet und diskutiert für Pluralismus und eine freie, offene Gesellschaft – besonders jetzt, wo der Rechtsextremismus weiter erstarkt und demokratische Institutionen angreift. Dort wo rechtsextreme Kräfte an Zustimmung gewinnen, wächst auch die Befürchtung vor zunehmenden Angriffen und Diffamierungen gegen Gegner*innen extrem rechter Politik. Besonders selbstverwaltete Orte spüren diesen Druck, dabei brauchen wir gerade jetzt Orte der Kritik, (Sub)Kultur und der Solidarität. Gerade jetzt müssen wir zusammenhalten und uns solidarisch mit denjenigen zeigen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit „Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen